Die verschwundene Architektur
Vortrag mit Gespräch
Der berühmte französische Architekt Le Corbusier beklagte den Verlust von qualitätvoller Architektur mit den Worten (in Englisch): „When buildings become products instead of places, architecture stops beeing art“. Diesem Thema widmet sich der Grazer Architekt Eugen Gross, indem er „places“ sinngemäß als „Orte“ bezeichnet, denn Plätze in der Stadt sind nur ein Sonderfall. Architektur verbinden wir immer mit Orten, die attraktiv sind. Sie ziehen am Weg zu ihnen an, ebenso wie der Weg Überraschungen bieten muss, um ein Ziel im Auge zu behalten.
In seinem Vortrag untersucht Eugen Gross diesen Widerspiegelungsprozess an einer Reihe theoretischer Projekte und städtebaulichen Utopien, ebenso wie er seine eigenen Projekte im Rahmen der WERKGRUPPE GRAZ als „Wahrnehmungsphänomene“ analysiert.
Damit stellt sich heraus, dass Architektur mit Errichtung eines Bauwerks nicht fertig ist, sondern eines Rezeptionsprozesses als Betrachterinnen und Nutzerinnen bedarf, der die „Verschwundene Architektur“ ans Licht bringt.
Sein Lehrer Konrad Wachsmann erklärte: „Jeder ist ein Architekt“. Schon in der Antike war der „architékton“ der Bauende, der in einem Urbedürfnis etwas aufrichtet, das dem menschlichen Dasein dient. Eugen Gross hat ein „Prinzip der doppelten Umkehr“ entwickelt, das in einem Widerspiegelungsprozess jede Wahrnehmung von Architektur in eine Erinnerung oder Vision umschlagen lässt, die den individuellen Beitrag des Menschen ausmacht. Der aufmerksame Mensch wird dadurch zum Schöpfer, der ein betrachtetes Werk von Architektur erst vollendet.
Davor um 17 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung Morgen war alles besser. Im Graz der 70er.
Termine
Stadt Land Geschichte
Graz und die Steiermark in 90 Minuten
Gegen das Vergessen. Archäologischer Spaziergang durch das ehemalige Zwangsarbeiterlager Liebenau
Geführter Rundgang
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Graz und die Steiermark in 90 Minuten
