Erinnerungen an die Zukunft
Über das Potenzial des Nostalgischen
Vortrag und Diskussion mit Peter F.N. Hörz
Nostalgie hat in gesellschaftlichen Diskursen meist einen schweren Stand: Wird sie einerseits als behagliches, nachgerade tröstliches, Gefühl erlebt, so begegnen ihr vor allem in Politik, Kunst und Wissenschaften Skepsis oder gar Verachtung. Vor diesem Hintergrund geraten Nostalgiker*innen in den Verdacht des Eskapismus und der Realitätsverweigerung.
Wer dazu neigt, von einem besseren „Früher“ zu erzählen, gilt als rückwärtsgewandt und unfähig die Herausforderungen der Gegenwart anzunehmen. Doch auch eine andere Lesart Nostalgie ist möglich. Denn nostalgische Erzählungen und Erinnerungsrituale stiften Identität, wirken in Krisenzeiten psychisch stabilisierend und schaffen sozialen Zusammenhalt. Und mehr noch: So richtig es ist, nostalgisches Erinnern als Verklärung von Vergangenem zu verstehen, so sehr drängt sich doch die Frage auf, ob Erzählungen und Rituale, die sich auf ein besseres „Gestern“ beziehen, nicht in erster Linie zeigen, woran es im „Heute“ fehlt.
Davor um 17 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung Morgen war alles besser. Im Graz der 70er.
