Verschiedene historische Artefakte aus dem Lager Liebenau, darunter Statuen und Werkzeuge, auf blauem Hintergrund.
Graz Museum Sackstraße | 26.03.2026—06.09.2026

Lager Liebenau. Ausgraben und Erinnern

Im Zentrum der Ausstellung im Graz Museum stehen die archäologischen Fundstücke aus dem Areal des ehemaligen Lagers Liebenau und ihre Erforschung. Diese Objekte sind stille Zeugen der Geschichte. Sie auszustellen verbindet Forschung, Gedenken und gesellschaftliche Verantwortung.

Das Lager Liebenau war zur Zeit des Nationalsozialismus ein Lager für Umsiedler*innen und Zwangsarbeiter*innen, aber auch ein Tatort von NS-Verbrechen. Viele Fundstücke stammen aus diesen Jahren, andere aus der Zeit davor oder danach. Unter dem Motto „Ausgraben und Erinnern“ geht es darum, Vergangenes zu befragen und seine Bedeutung für unsere Gegenwart zu erklären.

Was erzählen uns diese Fundstücke? Was bleibt uns verborgen? 
Die Ausstellung lädt die Besucher*innen dazu ein, diesen Dialog aktiv mitzugestalten und an der Entschlüsselung der Fundstücke teilzunehmen.

Kuratorinnen: Susanne Lamm, Annette Rainer
Projektleitung: Vanessa Bednarek
Kuratorische Assistenz: Anna Bauer-Zelenka
Ausstellungsgestaltung und -grafik: Fuhrer, Wien

Eine Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung.

Gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.

Barbara Schmid, Baum 2055, glasierte Keramik

Fünf horizontal angeordnete trockene Äste, die an Erinnern erinnern, auf weißem Hintergrund.

Die bildende Künstlerin und Keramikerin Barbara Schmid ist seit 1984 in Graz tätig und arbeitet seit 2015 im Atelier der Stadt Graz in der Puchstraße 17. Im Fokus ihrer künstlerischen Praxis steht die Untersuchung des Materials Ton in seinen unterschiedlichen Erscheinungs- und Zustandsformen. Ihre Arbeiten wie auch ihr künstlerischer Prozess sind von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragestellungen im Spannungsfeld von Gesellschaft und Kunst geprägt.
Barbara Schmid beschreibt Ihre Arbeit „Baum 2055“:
„Der Baum, der mit der Kataster Nummer 2055 gekennzeichnet war, wuchs in einer kontaminierten Landschaft im Maria-Cäsar-Park in Graz, wo sich von 1940 bis 1945 das Lager Liebenau befand. Die Silberweide, eine stille Zeitzeugin des ehemaligen Arbeitslagers Liebenau, überdauerte Jahrzehnte und wurde im Dezember 2024 gefällt. Ich sammle Äste und Rindenstücke, forme sie in Keramik nach und glasiere sie mit der Asche der originalen Zweige.“
Barbara Schmid stellt mit ihrem keramischen Kunstwerk existentielle Fragen zu Vergänglichkeit und Beständigkeit, zu Materialität und Transzendenz sowie zu Natur, Kultur, Geschichte und Gegenwart. Ihre Arbeit ist ein Beitrag zum zeitgenössischen Diskurs über den Umgang mit einem Tatort nationalsozialistischer Vergangenheit.