Wissenschaft und Forschung

Der „unsichtbare“, aber kostenintensive Teil des GrazMuseums ist seine umfangreiche Tätigkeit als wissenschaftliche Anstalt. Museen ersetzen dabei nicht universitäre und außeruniversitäre Forschung und Lehre, sondern betreiben Wissenschaft entlang ihrer besonderen Objektkompetenz vor allem durch die umfassende Dokumentation der ihnen anvertrauten Gegenstände (Katalogisierung). Wie in den Dauer- und Sonderausstellungen geht es nicht um „neutrale“ Wissenschaftlichkeit, sondern um die intensiv diskutierte Perspektive gesellschaftsrelevanter Fragen an die Museumsobjekte.

Krebsenkeller. Ein Recherche-Projekt zu Grazer Porträts

Das GrazMuseum hat etwa 250 Porträtskizzen, die aus dem Krebsenkeller stammen, erworben. In diesem Grazer Traditionsgasthaus porträtierten die Maler Robert Foit, Franz Thür u. a. im vergangenen Jahrhundert zahlreiche Persönlichkeiten und Stammgäste. Doch wer waren diese Menschen? Von den meisten der Porträtierten verfügten wir über keinerlei Informationen.

Dank der engagierten Beteiligung unserer Besucher/-innen konnten in der Ausstellung, die ab 29. November 2013 im 2. Stock des GrazMuseums gezeigt wurde, bereits zahlreiche Personen identifiziert werden.

Eine Fortsetzung findet das Projekt nun auch online: Kennen Sie eines der Gesichter aus dem Krebsenkeller? Dann unterstützen Sie uns und bringen Sie Ihr Wissen ins Museum!

Zu den Porträts

Mehr als Bilder.

Illustrierte Postkarten in Sammlungen, Archiven, Museen

Das Projekt widmet sich der illustrierten Postkarte als zentralem Objekt der Alltagskultur. Ausgehend von den Beständen des GrazMuseums (26.000 insgesamt, davon etwa 9.000 mit Ansichten von Graz) werden Strategien für einen adäquaten Umgang mit dem Massenbildträger im Museums- und Archivbereich entwickelt. Finanziert vom Photoinstitut Bonartes (Wien) sucht das Projekt neue Zugänge zur Inventarisierungspraxis, bietet Workshops zur Kompetenzerweiterung und betreibt den Aufbau eines Verzeichnisses zu Postkartenbeständen in Österreich.

Seit 2017 ist das GrazMuseum mit seiner Grazer Postkartensammlung Teil des Portals Kultur- und Wissenschaftserbe Steiermark. Unser Beitrag dazu ist die Postkartensammlung GrazMuseum Online. Sie können darin unseren Bestand durchsuchen und filtern oder diesen auch einfach nur durchstöbern. Wir zeigen Ihnen Bilder der einzelnen Objekte in hoher Auflösung und stellen Zusatzinformationen zum jeweiligen Objekt zur Verfügung. Ergänzend bieten wir die Möglichkeit, mehr über diesen einzigartigen Bestand und Postkarten als Medium zu erfahren.

Mehr dazu auf Postkartensammlung GrazMuseum Online

Mag. Katharina Mraček-Gabalier, MA
Kuratorin Sammlungen
katharina.gabalier@stadt.graz.at
+43 316 872-7608

Forschungsprojekt Wilhem Thöny und der Große Krieg

Das Projekt „Wilhelm Thöny und der Große Krieg“ versteht sich gleichermaßen als kunsthistorischer wie als kulturhistorischer Forschungsbeitrag des GrazMuseums. Im Zuge der auf dem Forschungsprojekt basierenden Ausstellung wurden Thönys „Schlachtenbilder“, seine „Darstellungen aus dem Leben der Soldaten“, aber auch die Porträts, die er sowohl von Offizieren wie auch von Kriegsgefangenen anfertigte, mit militärhistorischen Methoden ikonografisch entschlüsselt. Darüber hinaus wurden seine künstlerischen Arbeiten mit Objekten, Militärkarten, Dokumenten und Fotografien kontextuiert, welche die Wirklichkeit des Ersten Weltkriegs kontrastierend veranschaulichen.

Einen ersten Einstieg in das Projekt bietet Annette Rainers Text, der erstmals im Katalog Wilhelm Thöny: Im Sog der Moderne (Hrsg. v. Günther Holler-Schuster und Christa Steinle, Bielefeld 2013) publiziert wurde. Der Katalog erschien anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Neuen Galerie des Universalmuseums Joanneum Graz.

Download PDF A. Rainer: Wilhelm Thoeny und der grosse Krieg

Mag. Annette Rainer
Kuratorin Ausstellungen
annette.rainer@stadt.graz.at
+43 316 872-7611