Museum am Schloßberg

Ein Zentrum am Grazer Schloßberg

Mit dem Museum am Schloßberg entsteht eine neue Anlaufstelle für alle, ein Ort des Ankommens und Verweilens, ein Ort mit Geschichte und gegenwärtigen Einsichten. Es wird ein Museum für alle, das Vergnügen macht, indem es unterschiedlichste Wissensangebote sowie Wahrnehmungs- und Raumerfahrungen in sich vereint. Es bietet alte und neue Aussichten auf Berg und Stadt und einen Garten zum Verweilen, in dem es besonders auch für Kinder vieles zu entdecken gibt. Die Besucher/-innen des SchloßbergMuseums sind zu Entschleunigung inkl. Naturerlebnis und zum Flanieren durch die Geschichte(n) des Schloßbergs eingeladen.

Eröffnung: Sonntag, 10. Mai 2020

Idee: Otto Hochreiter
Kurator/-innen: Otto Hochreiter, Ingrid Holzschuh, Martina Zerovnik
Wissenschaftliche Begleitung: Zsuzsa Barbarics-Hermanik, Marlies Raffler, Romedio Schmitz-Esser, Barbara Stelzl-Marx, Georg Tiefengraber
Projektleitung: Sibylle Dienesch
Ausstellungsassistenz: Johanna Fiedler
Architektur & Interior Design: studio WG3
Landschaftsarchitektur: studio Boden
Ausstellungsgestaltung & Grafik: BUERO41A

Projektchronologie

Oktober 2013: Beauftragung des GrazMuseums durch Stadtrat Gerhard Rüsch zur Erarbeitung einer Konzeotidee für ein neues SchloßbergMuseum

September 2017: Grazer Bürgerin hinterlässt das Stadt 1 Mio. Euro für den Schloßberg

Anfang 2018: Grundsatzentscheidung des Stadtrates Günter Riegler zur Realisierung des SchloßbergMuseums

Mai bis September 2018: Projektkontrolle durch den Stadtrechnungshof

20. September 2018: Gemeinderatsbeschluss zur Realisierung des SchloßbergMuseums

4. Oktober 2018: Auslobung des Realisierungswettbewerbs zur Suche von Architektur- und Gestaltungspartner/-innen

5. Dezember 2018: Preisgericht, Siegler; studio WG3, Graz

Jänner 2019: Abstimmung ASVK und BDA

Jänner bis Juli 2019: Vorbereitung und Ausschreibung der Baumaßnahmen

Ende Juli 2019: Baubeginn

10. Mai 2020: Eröffnung

FAQs zum Museum am Schloßberg

Wie groß ist das neue Museum? Werden alle Räume der Bastei einbezogen?

Das Museum am Schloßberg wird das gesamte Areal mitsamt den Gebäuden der ehemaligen Stall- bzw. Kanonenbastei umfassen. Im alten Kiosk und dem Feuerwächterhaus werden der Kassenbereich mit Shop sowie ein Vermittlungs- und Veranstaltungsraum geschaffen. Die Kanonenhalle, das Kanonierhaus und die darunter liegende Kasematte werden zur Ausstellungsfläche. Auch der Innenhof wird thematisch bespielt. Nur der ehemalige „Luntenturm“ gehört nicht zum Museum.

Ist der Besuch des Museums am Schloßberg kostenlos?

Der Besuch des Museums ist für Kinder bis 6 Jahre kostenlos. Für alle anderen Besucher/-innen gilt ein Einheitspreis von 2 Euro, der das gesamte Museumsareal mit seinen Gartenanlagen und Gebäuden einschließt.

Warum ist der Hof nicht kostenlos zugänglich?

Der Hof und der Ausblick sind weiterhin sowohl zwei Stunden vor als auch zwei Stunden nach der Öffnungszeiten des Museums frei zugänglich. Während der Öffnungszeiten des Museums ist Eintritt zu zahlen. Der Eintrittspreis versteht sich als „Schutz- und Erhaltungsgebühr“ eines der wenigen bestehenden, noch auf die Burg- und Festungszeit verweisenden historischen Ensembles am Schloßberg.

Richtet sich das Museum nur an Tourist/-innen oder auch an Grazer/-innen?

Das neue Museum richtet sich an alle, die einen Ort des Ankommens am Schloßberg suchen und etwas über die Geschichte des Schloßberges erfahren wollen, also gleichermaßen an Bewohner/-innen wie Gäste der Stadt. Anhand eines Angebots an unterschiedlichen Ausstellungs- und Vermittlungsformaten werden vielseitige Interessen von Museumsbesucher/-innen angesprochen. Im Hof der Bastei wird ein „Wundergarten“ mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen, an dem die Besucher/-innen verweilen, spielerisch Schloßberg-Geschichte(n) erkunden oder einfach den Ausblick auf die Stadt genießen können. In der Kanonenhalle wird der „Graz-Blick“ mit Orientierungshilfen und Informationen versehen. Im Kanonierhaus können die Besucher/-innen durch einen „Geschichts-Parcours“ flanieren. In der Kasematte, also im „Inneren des Berges“, wird ihnen anhand eines neuen Schloßberg-Modells eine multimediale „Schloßberg-Story“ geboten.

Was geschieht mit den vier Kanonen, die sich derzeit in der Kanonenhalle befinden?

Ursprünglich standen in der Kanonenhalle vier Kanonen, mit denen die Stadtbevölkerung vor einem Brand gewarnt wurde, die sogenannten „Vier Evangelisten“. Sie wurden Ende des 18. Jahrhunderts noch vor der Schleifung der Festung eingeschmolzen und durch leichtere Geschütze ersetzt. Bei den derzeit in der Kanonenhalle befindlichen Kanonen handelt es sich um Leihgaben. Um den Besuch der Kanonenhalle und damit den Ausblick auf die Stadt auch für Menschen mit mobiler Beeinträchtigung zu ermöglichen, wird in einem Teilbereich eine barrierefreie Rampe geschaffen, wodurch auf der verbleibenden Stellfläche noch zwei Kanonen gezeigt werden können. Die anderen zwei Kanonen werden an die Leihgeber retourniert.

Was geschieht mit den Denkmälern und Gedenktafeln, die sich am Gelände und in den Räumen des Museums befinden?

Die bestehenden Denkmäler und Gedenktafeln werden als historische Schichten und Teil der Schloßberg-Erzählung behandelt. Sie bleiben erhalten und werden mit einer zeitgenössischen Information versehen, um den Kontext ihrer Entstehung für Besucher/-innen nachvollziehbar zu machen.

Ist der Einbau eines Liftes in die historischen Gemäuer der Kasematte wirklich notwendig? Wäre es im Sinne der Authentizität nicht besser davon abzusehen?

Die Tätigkeit des GrazMuseums ist von dem Wunsch nach umfassender Inklusion und dem größtmöglichen Abbau von Barrieren geleitet. Auch die Stadt Graz hat sich zu barrierefreien Erschließungen verpflichtet. Ohne Lift bliebe die Kasematte wie bisher für Rollstuhlfahrer/-innen, für ältere Menschen, für Menschen mit Kinderwagen und für viele andere Menschen mit Mobilitätseinschränkung nicht zugänglich. Das authentische Erlebnis der Kasematte wird durch die Betonung der räumlichen Dimension und Struktur sowie die Besucherführung durch den Raum erzielt.

Weshalb muss der Lift an genau der Stelle in die Kasematte geführt werden, wo sich heute die Stiege mit der Brüstung aus Terrakotta-Figuren befindet?

In Vorstudien und im Wettbewerb wurde die Lage des Liftes untersucht und die aktuelle Positionierung wurde aufgrund der natürlichen, architektonischen und bautechnischen Parameter (Erschließung durch Felsgestein) als einzige Möglichkeit befunden. An dieser Stelle gibt es im Gewölbe bereits ein Störfeld in der historischen Gebäudestruktur, wodurch der Lifteinbau an dieser Stelle auch in Bezug auf die historische Substanz am sinnvollsten ist. Darüber hinaus handelt es sich beim Abbau der Stiege nicht um eine Demolierung, sondern um die Rettung der Terrakotta-Figuren. Seit diese 1936 im Zuge der touristischen Erschließung der Kasematte als Baluster für einen massiven Handlauf eingesetzt worden waren, kam es durch unsachgemäße Interventionen zu Beschädigungen, sodass sie akuten Restaurierungsbedarf aufweisen.

Was geschieht mit den Terrakotta-Figuren?

Die Terrakotta-Figuren werden im Auftrag des GrazMuseums von einem Restaurator in Abstimmung und Begleitung mit dem Bundesdenkmalamt fachgerecht abmontiert und befundet. Sie sollen in weiterer Folge restauriert und im neuen Museum ausgestellt werden.

Werden auch originale Exponate zu sehen sein oder wird vorrangig auf audiovisuelle Medien zurückgegriffen?

Die Konzeption von unterschiedlichen Ausstellungsformaten zielt auf den Einsatz vielfältiger und abwechslungsreicher Vermittlungsmethoden. Es wird ebenso interaktive, spielerisch mechanische Elemente geben wie audiovisuelle Medieninstallationen. Neue Modelle werden angefertigt, die nicht nur der Anschaulichkeit und „Begreifbarkeit“ dienen, sondern auch den Wunsch nach Barrierefreiheit erfüllen. Der Geschichts-Parcours wird zu einem großen Teil aus historischen Originalobjekten bestehen. In den Sammlungen des GrazMuseums befindet sich schließlich eine Vielzahl an authentischen, eindrucksvollen und auch überraschenden Zeugnissen der Schloßberggeschichte.