{"id":9778,"date":"2022-08-30T10:10:34","date_gmt":"2022-08-30T08:10:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.grazmuseum.at\/?post_type=exhibition&#038;p=9778"},"modified":"2023-12-08T12:30:05","modified_gmt":"2023-12-08T11:30:05","slug":"graz-posters-1920-1955","status":"publish","type":"exhibition","link":"https:\/\/www.grazmuseum.at\/en\/exhibition\/graz-posters-1920-1955\/","title":{"rendered":"Graz Posters 1920\u20131955"},"content":{"rendered":"<p>The exhibition in the Graz Museum presents sketches and posters from the Collection of the Graz Museum.<br \/>\nIn the second half of the twentieth century, billboards defined the cityscape significantly and contributed to the identity construction of its population.<\/p>\n<p>Companies and institutions in Graz such as the Puntigam brewery, G\u00f6c, Kastner &amp; \u00d6hler, Humanic and the Graz Trade Fair recognised the importance of advertising and commissioned artists, men as well as women, to create advertising graphics. The commissions served as an important source of income for them in addition to their freelance artistic work.<br \/>\nIn addition, some artists also worked for political parties, for which they designed propaganda billboards.<br \/>\nOn the one hand, billboards were a medium for business, consumerism and political propaganda and, on the other, a distinctive cultural expression of their time.<\/p>\n<p>The billboards as well as other content of the exhibition can be experienced using listening, touching or smelling stations. In this way, the show provides an inclusive offer and a sensual added value for visitors with handicaps.<\/p>\n<p>Part of the overall project <a href=\"https:\/\/www.cis.at\/kunst-der-verfuehrung\/\">kunstderverfuehrung.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"template":"","categories":[97],"tags":[],"class_list":["post-9778","exhibition","type-exhibition","status-publish","hentry","category-kulturgeschichte-en"],"acf":{"audioguide_published":true,"intro":[{"guideType":"normal","introText":"Einleitungstext Deutsch"},{"guideType":"easy_to_read","introText":"Einleitungstext Deutsch - einfache Sprache"},{"guideType":"easy_english","introText":"Einleitungstext Englisch"}],"chapters":[{"chapterName":"Willkommen","headerImage":9742,"audioTracks":[{"audioFile":10166,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Herzlich Willkommen im Graz Museum in der Ausstellung\r\n\u201eGraz Plakat 1920 bis 1955. Eine inklusive Ausstellung f\u00fcr alle Sinne.\u201c\r\nF\u00fcr alle Sinne bedeutet: Es gibt Bereiche zum Sehen, zum Tasten, zum H\u00f6ren und zum Riechen.\r\n\r\nDieser Audioguide umfasst 22 Stationen.\r\nDie reine H\u00f6rzeit betr\u00e4gt etwa 55 Minuten. (60 und 65 auch sprechen)\r\n\r\nEs gibt zwei Ausstellungsr\u00e4ume.\r\nIn den Ausstellungsr\u00e4umen gibt es Texte.\r\nDie Texte sind in einfacher Sprache.\r\nDer Audioguide enth\u00e4lt noch mehr Informationen.\r\nDer Audioguide enth\u00e4lt auch Beschreibungen zu den Tast-Bereichen und zu einzelnen Plakaten.\r\n\r\nIn der Ausstellung \u201eGraz Plakat 1920-1955\u201c sehen Sie Plakate und Plakat-Entw\u00fcrfe aus der Sammlung des Graz Museums.\r\nVor 100 Jahren waren Plakate in der Stadt sehr h\u00e4ufig zu sehen.\r\nSie ver\u00e4nderten immer mehr das Aussehen der Stadt.\r\nSie ver\u00e4nderten auch das Leben der Menschen.\r\nDie Menschen sahen nun st\u00e4ndig Gegenst\u00e4nde, die sie kaufen konnten.\r\nDie Menschen sahen durch Plakate auch Orte, an die sie reisen konnten, \r\n\r\n\r\nund Veranstaltungen, die sie besuchen konnten.\r\nDie Menschen sahen auch st\u00e4ndig, wie Menschen in der Werbung aussehen und was sie tun.\r\nWerbung wurde f\u00fcr gro\u00dfe Grazer Firmen und Organisationen immer wichtiger.\r\nSie beauftragten K\u00fcnstler und auch K\u00fcnstlerinnen.\r\nJetzt konnten die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler auch mit Werbe-Grafik Geld verdienen, nicht nur mit ihrer eigenen k\u00fcnstlerischen Arbeit.\r\nIn der Gebrauchs-Grafik m\u00fcssen die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler einen bestimmten Auftrag erf\u00fcllen. Gebrauchs-Grafik hat immer einen bestimmten Zweck, zum Beispiel Warenverpackungen, Werbeplakate oder Firmen-Logos. \r\n\r\nK\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler machten auch Plakate f\u00fcr politische Parteien.\r\nDarunter waren auch Propaganda-Plakate. Propaganda-Plakate machten auf extreme Weise Werbung f\u00fcr politische Meinungen. Damit sollten Menschen beeinflusst und auch gegeneinander aufgebracht werden.\r\nViele Plakate der Zeit vor 100 Jahren sind sehr modern.\r\nVor 100 Jahren gab es bedeutende K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler in Graz, die sehr modern waren. Ihre wichtigste Vereinigung war die \u201eSezession Graz\u201c.\r\n\r\n\r\n\r\nIn der Zeit von 1920 bis 1955 gab es gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen in der Politik und in der Gesellschaft. Auch die Plakat-Kunst \u00e4nderte sich.\r\nAb 1934 gab es keine Demokratie mehr, sondern eine Diktatur: die St\u00e4ndestaat-Diktatur.\r\nDie Menschen konnten nicht frei w\u00e4hlen oder ihre Meinung sagen und vieles wurde von den herrschenden Politikern bestimmt.\r\nDamals wurde die traditionelle Kunst mehr gef\u00f6rdert als die moderne Kunst.\r\nVon 1938 bis 1945 dauerte die Zeit des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich. \r\nDie Diktatur des Nationalsozialismus beeinflusste alle Lebensbereiche der Menschen. Es geschahen viele Verbrechen.\r\nIn dieser Zeit wurden die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und die Kunst streng kontrolliert.\r\nNationalsozialistische K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler waren oft sehr erfolgreich.\r\nAndere bekamen Berufs-Verbot: Ihr Stil oder die Themen ihrer Kunst passten den Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten nicht.\r\nViele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler wurden wegen ihrer politischen Einstellung, ihrer Religion oder ihrer Herkunft bedroht und verfolgt.\r\nNach Ende des Nationalsozialismus 1945 machten K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler weiterhin Plakate f\u00fcr politische Parteien, Werbe-Plakate f\u00fcr Waren und Plakate f\u00fcrs Reisen.\r\n\r\n\u00dcber die Plakate in der Ausstellung \u201eGraz Plakat 1920-1955\u201c erf\u00e4hrt man vieles \u00fcber die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik der Zeit, in der sie gemacht wurden.\r\nPlakate sind \u201eKultur-Ausdruck\u201c ihrer Zeit. Das bedeutet, jede Zeit hat ihre eigenen typischen Plakate. Sie zeigen bestimmte Themen und sie sind auf eine bestimmte Art gestaltet.\r\nDie Ausstellung \u201eGraz Plakat 1920-1955\u201c ist eine inklusive Ausstellung.\r\nSie kann mit allen Sinnen erfahren werden.\r\nEs gibt H\u00f6r-Stationen, Tast-Stationen und Riech-Stationen.\r\nDie Ausstellungs-Texte in den R\u00e4umen selbst sind in einfacher Sprache. \r\n\r\nBeginnen Sie jetzt Ihren Ausstellungsrundgang im ersten Raum."},{"audioFile":10168,"guideType":"normal","transcription":"Herzlich Willkommen im Graz Museum in der Ausstellung \u201eGraz Plakat 1920 bis 1955. Eine inklusive Ausstellung f\u00fcr alle Sinne.\u201c\r\nDieser Audioguide umfasst 22 Stationen.\r\nDie reine H\u00f6rzeit betr\u00e4gt etwa 55 Minuten. ( 60 oder 65 Minuten)\r\n\r\nEs gibt zwei Ausstellungsr\u00e4ume.\r\nDer Audioguide enth\u00e4lt vertiefende Informationen zu den einzelnen Bereichen, zu den Biografien der K\u00fcnstler*innen, zu den Tastmodellen sowie einzelnen Plakaten.\r\nIn der Ausstellung \u201eGraz Plakat 1920-1955\u201c sehen Sie Plakate und Plakat-Entw\u00fcrfe aus der Sammlung des Graz Museums aus der Zeit von 1920 bis 1955.\r\nVor 100 Jahren pr\u00e4gten Plakate die Stadt und das Leben der Menschen. \r\nWerbung wurde f\u00fcr gro\u00dfe Grazer Firmen und Organisationen, aber auch f\u00fcr politische Parteien immer wichtiger. Werbung wurde auch zu einer wichtigen Einnahmequelle f\u00fcr K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler.\r\nViele Plakate der Zeit vor 100 Jahren sind sehr modern gestaltet und gerade moderne K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler waren als Werbe-Grafiker und Grafikerinnen t\u00e4tig, darunter Mitglieder der Grazer Sezession.\r\nDie Plakat-Kunst im Zeitraum von 1920 bis 1955 spiegelt die gesellschaftspolitischen Umw\u00e4lzungen und unterschiedlichen Staatsformen dieser Zeitspanne wieder: die Erste Republik ab 1918, die \r\n\r\n\r\n\r\n\r\nSt\u00e4ndestaats-Diktatur ab 1934, die Zeit des Nationalsozialismus ab 1938 und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1945.\r\nPlakate sind \u201eKultur-Ausdruck\u201c ihrer Zeit.\r\n\r\nDie Ausstellung \u201eGraz Plakat 1920-1955\u201c ist eine inklusive Ausstellung.\r\nSie kann mit allen Sinnen erfahren werden.\r\nEs gibt H\u00f6r-Stationen, Tast-Stationen und Riech-Stationen.\r\nDie Ausstellungs-Texte in den R\u00e4umen selbst sind in einfacher Sprache.\r\nBeginnen Sie jetzt Ihren Ausstellungsrundgang im ersten Ausstellungsraum."},{"audioFile":10170,"guideType":"easy_english","transcription":"A warm welcome to Graz Museum and the exhibition on \u201cGraz Posters. 1920 to 1955. An inclusive exhibition for all the senses.\u201d\r\n\u201cFor all the senses\u201d means that there are areas where you can see, touch, hear and smell.\r\nThis audio guide covers 22 stops.\r\nThe total listening time is 55 minutes. (60 , 65 mnutes)\r\nThere are two exhibition rooms.\r\nIn the rooms you can find texts.\r\nThe texts are in plain language.\r\nThe audio guide includes more information.\r\nThe audio guide also includes descriptions of the touch areas and of the individual posters.\r\n\r\nIn the exhibition about posters \u201cGraz Plakat 1920-1955\u201d you can see posters and drafts from the collection at the Graz Museum.\r\n100 years ago, posters were often seen in the town.\r\nThey changed the town\u2019s image more and more.\r\nThey also changed people\u2019s lives.\r\nPeople now continuously saw objects they could buy.\r\nThe posters also showed places they could travel to, and events they could go to.\r\nThey also saw continuously what people in advertisements looked like and what they did.\r\nAdvertising became more and more important for the big companies and organizations in Graz.\r\nThey commissioned artists, male and female.\r\nArtists could now also earn money from commissioned art, and not only from their own work.\r\nMoreover, some artists also worked for political parties. They also designed propaganda posters. Propaganda posters promoted political ideas in an extreme way. The intention was to influence people and turn them against each other.\r\nThe posters from those times often have a modern design.\r\n100 years ago, there were important artists in Graz who were very modern. Their most important association was the Graz Secession.\r\nBetween 1920 and 1955, politics and society saw big changes. Poster art also changed.\r\nFrom 1934 onwards, Austria was no longer a democracy but became a dictatorship: the St\u00e4ndestaat-Diktatur.\r\nThis meant no more free elections or freedom to express one\u2019s opinion, and much was dictated by the ruling politicians.\r\nAt that time, traditional art received more support than modern art.\r\nFrom 1938 to 1945, Austria was under National Socialist rule.\r\nThe dictatorship of National Socialism influenced all spheres of life and many crimes were committed.\r\nArtists and art were strongly controlled at that time.\r\nNational Socialist artists were often very successful.\r\nOther artists were no longer allowed to work as artists. They were not allowed to exhibit or sell their works. National Socialists did not like their style or the topics expressed by their art.\r\nMany artists were prosecuted because of their political opinion, their religion or their origin.\r\nAfter the end of National Socialist rule in 1945, artists continued to design election posters for political parties, for goods and for travel destinations.\r\nBy looking at the posters in this exhibition, you can learn much about the economy, consumption and politics of the time in which the posters were designed.\r\nPosters express the culture at the time they were created. This means that the posters created in a certain period are typical of it. They feature certain themes and are designed in a certain way.\r\nThe poster exhibition \u201cGraz Plakat 1920-1955\u201d is an inclusive exhibition.\r\nYou can experience it with all your senses.\r\nThere are places for hearing, feeling and smelling.\r\nThere are texts in simple language. \r\n\r\nLet\u2018s now start your tour in the first room of the exhibition."}]},{"chapterName":"Kunst und Werbung","headerImage":10174,"audioTracks":[{"audioFile":10176,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Die Werbegrafik wurde vor 100 Jahren immer mehr zu einem eigenen Arbeits-Bereich f\u00fcr K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler.\r\nDer erste Werbe-Grafiker in Graz war ein bekannter Maler: Daniel Pauluzzi. \r\n\r\nVor allem moderne K\u00fcnstler*innen interessierten sich f\u00fcr Werbe-Grafik.\r\nDas waren zum Beispiel die K\u00fcnstler*innen der Sezession Graz.\r\nSie gestalteten auch die Plakate und Einladungs-Karten zu ihren eigenen Ausstellungen und Festen.\r\nAuch viele Frauen machten Gebrauchs- und Werbegrafik.\r\nMit Werbegrafik konnten sie leichter Geld verdienen als mit Kunst.\r\nDas war vor 100 Jahren sehr wichtig. Denn in der Wirtschafts-Krise lebten auch viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler in Armut.\r\nViele Grazer Firmen gaben Auftr\u00e4ge an K\u00fcnstler*innen und Vereinigungen von K\u00fcnstler*innen. Eine wichtige Vereinigung war der \u201eSteirische Werkbund\u201c.\r\nGrazer Firmen waren zum Beispiel die Schuhfabrik Humanic, Farben Zankl, die Gro\u00dfeinkaufsgesellschaft \u00d6sterreichischer Consumvereine G\u00d6C, die Puch-Werke, die Brauerei Puntigam und die Grazer Messe.\r\nVor 100 Jahren gab es auch erstmals die Idee, die Werbung f\u00fcr Firmen einheitlich zu gestalten. Sie hatten bestimmte Schriften, Logos oder Farben. So erkannten die Menschen bestimmte Firmen \u00fcber ihre Plakate wieder. Das Grazer Kaufhaus Kastner & \u00d6hler hatte sogar eine eigene \r\n\r\n\r\nAbteilung f\u00fcr Werbung und Gebrauchsgrafik. Manche K\u00fcnstler*innen wie Ernst und Ida Penecke-Buxbaum gr\u00fcndeten Firmen.\r\n\r\nVor 70 Jahren gab es eine Ausstellung in Graz zum Thema Gebrauchs- und Werbegrafik. Die Ausstellung hie\u00df \u201eSprach-Rohr der Wirtschaft\u201c. Hier wurde gezeigt, wie Kunst und Wirtschaft in der Werbung verbunden sind. Ein Ausstellungs-Plakat entwarf der K\u00fcnstler Heinz Reichenfelser. Auf dem Plakat-Entwurf sind ein Bild und ein Sprach-Rohr dargestellt. Das Bild ist ein Zeichen f\u00fcr die Kunst, das Sprach-Rohr ein Zeichen f\u00fcr die Werbung."},{"audioFile":10178,"guideType":"normal","transcription":"Die Gebrauchsgrafik in Graz war seit ihren Anf\u00e4ngen stark von der bildenden Kunst gepr\u00e4gt. Ihre Anf\u00e4nge sind gleichzeitig ein Streifzug durch die Malerei. Als erster Grazer Werbegrafiker tritt der Maler Daniel Pauluzzi, der 1866-1956 lebte, auf. Ihm folgte Ferdinand Pamberger, der zu Beginn wie Alfred Cosmann und Otto Prutscher im Wiener Sezessionstil arbeitete, der sich jedoch in Graz nicht durchsetzte. Weitere K\u00fcnstler*innen, die sich im Bereich der Werbegrafik bet\u00e4tigten, waren Fritz Silberbauer, Ernst Jungel, Johannes Wohlfahrt, Igo Klemencic, Ernst Dombrowski, Axl Leskoschek, Rita Passini, Werner Pamberger, Wilhelm Th\u00f6ny und Alfred Wickenburg. Einige von ihnen lehrten sp\u00e4ter an der Grazer Kunstgewerbeschule. Manche ihrer Sch\u00fcler*innen widmeten sich dann haupts\u00e4chlich der Gebrauchsgrafik. Von einigen Ausnahmen abgesehen, wie beispielsweise Edith Lutz, Zita Zitkowski und Ernst Wendling, wurden Gebrauchsgrafiker*innen in der Malerei ausgebildet und kamen erst danach zur Reklamekunst. \r\nDie 1923 gegr\u00fcndete K\u00fcnstler*innenvereinigung \u201eSezession Graz\u201c legte ihren Fokus auf die Moderne und forderte die gleichberechtigte Anerkennung der Angewandten Kunst. Fast alle Sezessions-Mitglieder waren auch als Gebrauchsgrafiker*innen t\u00e4tig. Ihre Ausstellungen und Feste bewarben sie mit eigens gestalteten Plakaten. Zusammen mit dem Streben nach Gleichberechtigung der Angewandten Kunst etablierte sich die Plakatkunst als eigenst\u00e4ndiger Bereich und Berufszweig, der neue Ausbildungswege erforderte. \r\n\r\n\r\n\r\nW\u00e4hrend der Wirtschaftskrise nahmen von Armut bedrohte K\u00fcnstler und auch zunehmend mehr weibliche K\u00fcnstlerinnen Auftr\u00e4ge aus der Wirtschaft an, um Geld zu verdienen. Firmen profitierten wiederum von gut gestalteter Werbung, sodass diese zunehmend mit K\u00fcnstler*innen oder ihren Vereinigungen wie beispielsweise dem Steirischen Werkbund kooperierten. Bedeutende Auftraggeber*innen in Graz waren zum Beispiel Humanic, Schuh Ges m. b. H., A., Zankl S\u00f6hne, Lack und Farbenwerke, Grosseinkaufsgesellschaft \u00f6sterreichischer Consumvereine, Puchwerke, Gebr\u00fcder Reininghaus Brauerei, Brauerei Puntigam und die Grazer Messe.\r\nDie erfolgreiche Zusammenarbeit von Kunst und Wirtschaft f\u00fchrte zur Gr\u00fcndung von Ateliers, die sich auf Entw\u00fcrfe von Plakaten, Inseraten, Logos, Briefpapiere und einpr\u00e4gsame Firmenwerbung spezialisierten. Vorbildhaft in Graz waren das Werbeatelier der Firma Kastner und \u00d6hler und das selbstst\u00e4ndig gef\u00fchrte Atelier der Eheleute Ida und Ernst Penecke-Buxbaum. \r\n1927 wurde der \u201eBund \u00d6sterreichischer Gebrauchsgrafiker\u201c gegr\u00fcndet, der 1951 die Ausstellung Steirischer Gebrauchsgrafiker \u201eSprachrohr der Wirtschaft\u201c pr\u00e4sentierte. Die Schau bot nicht nur Einblicke in die zeitgen\u00f6ssische Werbegrafik, sondern auch einen R\u00fcckblick bis in die 1930er-Jahre. Der Entwurf zum Ausstellungssujet von Heinz Reichenfelser kombiniert auf symbolhafte Weise Sprachrohr und Staffelei und thematisiert damit die Verbindung von Kunst und Werbung.  "},{"audioFile":10180,"guideType":"easy_english","transcription":"Advertising art gradually became a separate field.\r\nThe first advertising graphic designer in Graz was a well-known painter: Daniel Pauluzzi. \r\nModern artists, in particular, were interested in advertising art.\r\nThey included artists of the Graz Secession, for example.\r\nThe artists of the Graz Secession also designed posters and invitation cards for their own exhibitions and parties.\r\nMany women also created commercial and advertising art.\r\nIt was easier to earn money by producing advertising art than traditional art.\r\nThis was very important 100 years ago. During the economic crisis in the 1920s and 1930s, many artists lived in poverty.\r\nMany companies in Graz commissioned artists and artist associations. An important association was the \u201cSteirische Werkbund\u201d.\r\nCompanies in Graz included the Humanic shoe factory, the paint producer Zankl, the bulk purchase corporation G\u00d6C, the vehicle manufacturer Puch-Werke, the Brauerei Puntigam brewery and the Graz trade fair.\r\n100 years ago, the idea of creating consistent advertising for companies was born. From now on they used specific lettering, logos or colours. In this way, people recognised certain companies by their posters.\r\nThe Kastner & \u00d6hler department store in Graz even had its own department for advertising and commercial art.\r\nSome artists founded their own companies and received many commissions. Erich and Ida Penecke-Buxbaum are a good example.\r\n70 years ago, an exhibition about commercial and advertising art was held in Graz. The exhibition showed how advertising creates links between business and art.\r\nHeinz Reichenfelser was one of the artists who created an exhibition poster. The draft shows an artwork and a megaphone. The artwork serve as a symbol for art and the megaphone as a symbol of advertising."}]},{"chapterName":"Tast-Modell L. und C. Hardtmuth, F\u00fcll-Feder","headerImage":10182,"audioTracks":[{"audioFile":10184,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Tast-Modell zum Plakat-Entwurf \u201eL. und C. Hardtmuth\u201c wurde f\u00fcr die Ausstellung gemacht. \r\nDas Plakat zum Tast-Modell k\u00f6nnen Sie ebenfalls in der Ausstellung sehen.\r\nSie k\u00f6nnen das Tast-Modell angreifen.\r\nIm Tast-Modell sp\u00fcren Sie die Formen, Gegenst\u00e4nde und sogar die Schrift des Plakates.\r\nIn der Ausstellung gibt es mehrere Tast-Modelle.\r\nDas ist etwas Besonderes.\r\nPlakate kann man eigentlich nur sehen. So kann man sie aber auch mit den H\u00e4nden sp\u00fcren.\r\n\r\nDas Tast-Modell mit der F\u00fcll-Feder geh\u00f6rt zum Plakat-Entwurf f\u00fcr die Firma \u201eL. und C. Hardtmuth\u201c.\r\nDer K\u00fcnstler ist Hanns Wagula.\r\nDer Plakat-Entwurf, den Sie an der Wand sehen, ist rund 22 Zentimeter hoch und 22 Zentimeter breit.\r\nDas Tast-Modell ist 29 Zentimeter hoch und 31 Zentimeter breit. Es hat einen Rahmen.\r\nDas Plakat besteht aus wenigen Teilen und Farben.\r\nSo erkennen wir schnell, was darauf zu sehen und zu lesen ist.\r\n\r\nBer\u00fchren Sie das Tast-Modell:\r\nUnten steht der Name der Firma: L. und C. Hardtmuth. Die Schrift ist Gold und wirkt elegant. Die Druck-Buchstaben haben feine Linien. Der zweite Buchstabe ist ein besonderes Zeichen: ein \u201ekaufm\u00e4nnisches Und\u201c.\r\nDar\u00fcber sehen wir ein Bild. Eine gro\u00dfe F\u00fcllfeder in schwarzer und goldener Farbe schwebt im Raum. Darunter liegt ein leeres Blatt Papier. Auch das Papier schwebt im Raum.\r\nDer Raum ist fast schwarz. Durch ein offenes Fenster blicken wir ins Freie. Es gibt Holz-Balken und eine Markise. Im Plakat selbst erkennen wir das dunkel-blaue Meer mit Segel-Booten vor einem hell-blauen Himmel.\r\nDurch das Bild denken wir an Urlaub und ferne L\u00e4nder und bekommen Lust, selbst etwas mit der eleganten F\u00fcllfeder aufzuschreiben.\r\n"},{"audioFile":10186,"guideType":"normal","transcription":"Der Original-Entwurf hat die Ma\u00dfe von 22 mal 22 Zentimetern. Das Tastmodell ist etwa 29 Zentimeter hoch, 31 Zentimeter breit und von einem Rahmen eingefasst.\r\nUnten linksb\u00fcndig ist in goldener Farbe der Firmenschriftzug L und C Hardtmuth wiedergegeben. Als Und-Zeichen wurde das kaufm\u00e4nnische Und bzw. Et-Zeichen gew\u00e4hlt. Die Versalien weisen dezente Serifen auf.\r\n\r\nDie Firma \u201eLudwig und Carl Hardtmuth\u201c hatte ihren Firmensitz zur Entstehungszeit des Plakates in \u010cesk\u00e9 Bud\u011bjovice (Budweis) in der damaligen Tschechoslowakischen Republik.\r\nDie Anf\u00e4nge der Firma als gro\u00dfer Produzent von k\u00fcnstlichen Grafitminen reichen bis ins Ende des 18. Jahrhunderts. Sp\u00e4ter wurde die Produktpalette um andere Schreibwaren erweitert. Der ausgestellte Reklame-Entwurf eines eleganten F\u00fcllfederhalters wurde vom bedeutenden Grazer Gebrauchs-Grafiker und K\u00fcnstler Hanns Wagula gestaltet.\r\n\r\n\u00dcber dem Firmenschriftzug schwebt zentral im Bild, wie von einer unsichtbaren Hand gehalten, eine \u00fcberdimensionale F\u00fcllfeder. Ihre Position ist von links unten nach rechts oben aufsteigend. Im Tastmodell ragt die F\u00fcllfeder des Bildes als reale F\u00fcllfeder am weitesten aus dem Bild. Die F\u00fcllfeder hat eine goldene Federspitze, ist in gl\u00e4nzendes Schwarz geh\u00fcllt und mit goldenen Zier-Ringen versehen.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nDie F\u00fcllfeder ber\u00fchrt ein leeres wei\u00dfes Blatt Papier, das, schr\u00e4g positioniert, ebenfalls zu schweben scheint und im Tastmodell entsprechend aus dem Bild ragt. F\u00fcllfeder und Papier befinden sich vor einem ge\u00f6ffneten Fenster. Sie k\u00f6nnen die ge\u00f6ffneten Holzbalken ertasten, ebenso das Balkongel\u00e4nder, sowie die orange-ockergelb-gestreifte Markise im oberen Bereich des Fensters. \r\nIm Tastmodell nicht ausgef\u00fchrt ist die Aussicht aus dem Fenster: Der hellblaue Himmel und das kr\u00e4ftige Dunkelblau f\u00fcr einen See oder das Meer. Zwei wei\u00dfe Segelboote sind im Plakat vor dem Horizont angedeutet. \r\nDas Sujet des Plakates bringt die T\u00e4tigkeit des Schreibens mit Reisen - realen oder in der Fantasie - in Verbindung. Die Gestaltung des F\u00fcllfederhalters in Schwarz und Gold sowie die goldenen Lettern des Firmenschriftzugs betonen die Eleganz der Ware. Die Komposition l\u00e4dt den Betrachter des Bildes direkt ein, den F\u00fcllfederhalter imagin\u00e4r selbst in die Hand zu nehmen."},{"audioFile":10188,"guideType":"easy_english","transcription":"This touch model for the \u201cL. and C. Hardtmuth\u201d poster has been made for the exhibition. \r\nYou can also see the poster relating to this touch model in the exhibition.\r\nThe touch model is something you can feel with your hands.\r\nThe touch model lets you feel the shapes, objects and even the writing on the poster.\r\nThere are several touch models in the exhibition. This is a special feature.\r\nA poster is something you can only look at. But this way you can also feel it with your hands.\r\nThe touch model with the fountain pen belongs to the poster design for the company \u201cL. and C. Hardtmuth\u201d.\r\nThe artist is Hanns Wagula.\r\nThe poster you see on the wall measures about 22 by 22 centimetres.\r\nThe touch model is slightly smaller and has a frame.\r\nThe poster consists of a few features and colours.\r\nThis means we can quickly see and read what it\u2019s about.\r\nFeel the touch model:\r\nAt the bottom is the name of the company: L. und C. Hardtmuth. It is written in gold lettering and has an elegant look. The capital letters have fine lines. The second letter is a special character meaning \u201cand\u201d; it is called an \u201campersand\u201d.\r\nAbove it we see a picture. A large ink pen in black and gold floats in the air. Below it is a blank sheet of paper. The paper is also floating in the air.\r\nThe room is almost black. Through an open window, we can see outside. There is a wooden rail and a sun shelter. Outside, we can the dark blue sea with sailing boats against a light blue sky.\r\nThe picture makes us think of holidays and faraway countries and feel like writing something ourselves with the elegant fountain pen."}]},{"chapterName":"Tast-Modell Englhofer","headerImage":10190,"audioTracks":[{"audioFile":10192,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Tast-Modell \u201eEnglhofer, Coca Cola\u201c wurde f\u00fcr die Ausstellung gemacht.\r\nDas Plakat selbst k\u00f6nnen Sie in der N\u00e4he des Tast-Modells an der Wand sehen.\r\nSie k\u00f6nnen das Tast-Modell angreifen.\r\nIm Tast-Modell sp\u00fcren Sie die Formen, Gegenst\u00e4nde und sogar die Schrift des Plakates.\r\n\r\nDas Tast-Modell mit der Robbe geh\u00f6rt zum Plakat-Entwurf f\u00fcr ein Zuckerl.\r\nDer K\u00fcnstler ist Hanns Wagula. Er hat das Plakat vor rund 70 Jahren entworfen.\r\nDer Plakat-Entwurf, den Sie an der Wand sehen, ist rund 23 Zentimeter hoch und 17 Zentimeter breit.\r\nDas Tast-Modell ist etwas kleiner und hat einen Rahmen.\r\nDas Plakat besteht aus wenigen Teilen und Farben.\r\nSo erkennen wir schnell, was darauf zu sehen und zu lesen ist.\r\nBer\u00fchren Sie das Tast-Modell:\r\nGanz unten im Plakat steht der Name der Firma: Englhofer.\r\nDie Schrift ist dunkelgrau und vor dem wei\u00dfen Hintergrund sehr deutlich zu lesen.\r\n\r\n\r\n\r\nSie ist eine Schreib-Schrift. Sie sieht aus, als w\u00e4re sie von Hand geschrieben.\r\n\u00dcber der Schrift \u201eEnglhofer\u201c sehen wir ein gro\u00dfes Zuckerl und dahinter eine Robbe.\r\nDas Zuckerl ist in Papier eingewickelt. Das Papier ist gr\u00fcn, rot und wei\u00df.\r\nDas Zuckerl liegt schr\u00e4g im Bild.\r\nAuf dem Zuckerl ist Schrift zu lesen: \u201eCoca Cola\u201c und \u201eEnglhofer\u201c.\r\nDie Schrift ist eine Schreibschrift. Die Buchstaben sind sehr stark geschwungen.\r\nDas Zuckerl steht im Mittelpunkt des Plakates. Im Tast-Modell ist es daher am h\u00f6chsten.\r\nDas Plakat \u201eEnglhofer, Coca Cola\u201c ist ein fr\u00f6hliches und lockeres Plakat. \r\n\u201eCoca Cola\u201c ist die Geschmacks-Richtung des Zuckerls.\r\n\u201eCoca Cola\u201c ist aber auch eine amerikanische Marke. Diese Marke war vor 70 Jahren bereits sehr beliebt und modern. \r\nHinter dem Zuckerl sehen wir eine Robbe.\r\nDie Robbe blickt auf das Zuckerl hinunter. Es sieht so aus, als w\u00fcrde sie mit dem Zuckerl spielen.\r\nDie Gr\u00f6\u00dfen sind nicht wie in der Wirklichkeit: Das Zuckerl ist im Bild gleich gro\u00df wie die Robbe.\r\nDie Robbe ist grau. Ihre Schnauze und ihre Augen sind wei\u00df. Die Barthaare sind sehr kr\u00e4ftig gemalt. Im Tast-Modell sind die Barthaare aus kr\u00e4ftigem Draht. \r\n\r\n\r\nOben links steht noch ein Wort: \u201eNEU\u201c. Das Wort \u201eNEU\u201c ist in Druck-Buchstaben und Gro\u00df-Buchstaben geschrieben. Die Farbe ist ein kr\u00e4ftiges Rot.\r\nDanach steht ein Ausrufe-Zeichen. So wird das Wort wichtiger.\r\nWarum ist eine Robbe auf dem Plakat? Bei einer Robbe denken wir vielleicht an Meer, Urlaub und Freizeit. Bei einer Robbe denken wir auch an kaltes Wasser und Frische.\r\nSo denken wir vielleicht auch bei dem Zuckerl an Freizeit und Frische und m\u00f6chten es kaufen."},{"audioFile":10194,"guideType":"normal","transcription":"Bei diesem Original-Entwurf handelt es sich um ein Werbesujet der einstigen Grazer Zuckerl-Fabrik Englhofer.\r\nDer Entwurf stammt aus dem Jahre 1953 und wurde vom Grazer Gebrauchs-Grafiker und K\u00fcnstler Hanns Wagula gestaltet. Zum Teil sind noch die Hilfslinien f\u00fcr die Schriftz\u00fcge schwach zu erkennen. Das ausgestellte Original ist 23 mal 17 Zentimeter gro\u00df. Das Tastmodell hat eine Gr\u00f6\u00dfe von rund 30 mal 40 Zentimetern und ist zus\u00e4tzlich von einem Rahmen eingefasst.\r\nBeworben wird das Englhofer-Zuckerl \u201eCoca Cola\u201c. Das Motiv wurde mit wenigen Elementen und kr\u00e4ftigen Farbkontrasten umgesetzt: Wei\u00df und Dunkelgrau, Gr\u00fcn und Rot. Die wenigen Bildelemente sind - neben den Schriftz\u00fcgen - ein \u00fcberdimensionales Zuckerl, sowie eine Robbe.\r\nUnten zentral im Bild k\u00f6nnen Sie in schr\u00e4ggestellter, geschwungener Schreibschrift den Firmennamen \u201eEnglhofer\u201c ertasten. Das dunkle Grau der Schrift hebt sich vom wei\u00dfen Hintergrund ab. Dar\u00fcber befindet sich die beworbene Ware zentral im Bild: Das verpackte Zuckerl ist in schr\u00e4ger Seitenansicht dargestellt. Im Tastplakat ist das Zuckerl am erhabensten herausgearbeitet. Man kann die Faltstellen des Zuckerlpapieres ertasten. Farblich ist es in gr\u00fcn, rot und wei\u00df gestaltet. Auf der Oberseite ist der Schriftzug \u201eCoca Cola\u201c zu lesen sowie an der Seitenfl\u00e4che das Wort \u201eEnglhofer\u201c. Beide Schriftz\u00fcge sind erneut in einer schr\u00e4ggestellten geschwungenen Schreibschrift wiedergegeben.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nDie Marke \u201eCoca Cola\u201c als Inbegriff f\u00fcr die amerikanische Kultur erlebte in den 1950er Jahren gro\u00dfe Popularit\u00e4t in Europa und steht f\u00fcr Modernit\u00e4t, Konsum und Internationalit\u00e4t.\r\nHinter dem Zuckerl erhebt sich das zweite gro\u00dfe Bildelement: eine Robbe in seitlicher Ansicht. Sie ist vom Zuckerl zum Teil verdeckt, ihre Schwanzflosse nur angedeutet. Die Robbe blickt auf das Zuckerl herab. Sie ist in Graut\u00f6nen schraffiert, wobei das Wei\u00df der Augen sowie der stilisierten, wellenf\u00f6rmigen Schnauze stark hervortreten. Auch die kr\u00e4ftigen schwarzen Barthaare sind deutlich zu sehen. F\u00fcr das Tastmodell wurden diese aus Draht gefertigt.\r\nDie Robbe als Tier des Meeres sollte die Konsumenten vermutlich sowohl an Urlaub und Freizeitvergn\u00fcgen erinnern, als auch ein Frischegef\u00fchl vermitteln.\r\nAm linken oberen Bildrand befindet sich - als letztes Bildelement - ein weiterer Schriftzug: In roten Versalien ist das Wort NEU zu lesen und mit Ausrufezeichen versehen. Der Schriftzug ist schn\u00f6rkellos gehalten."},{"audioFile":10196,"guideType":"easy_english","transcription":"This \u201cEnglhofer, Coca Cola\u201d touch model has been created for the exhibition.\r\nThe poster itself can be seen on the wall near the touch model.\r\nThe touch model is something you can feel with your hands.\r\nThe touch model lets you feel the shapes, objects and even the writing on the poster.\r\n\r\nThe touch model with the seal belongs to the poster design for a sweet.\r\nThe artist is Hanns Wagula. He designed the poster about 70 years ago.\r\nThe poster you see on the wall measures about 17 by 23 centimetres.\r\nThe touch model is slightly smaller and has a frame.\r\nThe poster consists of a few features and colours.\r\nThis means we can quickly see and read what it\u2019s about.\r\nFeel the touch model:\r\nAt the very bottom of the poster is the name of the company: Englhofer.\r\nThe writing is dark grey and can be read very clearly against the white background.\r\nThe word is written in flowing lettering. It looks as if it's been written by hand.\r\nAbove the word \u201cEnglhofer\u201d we see a large sweet, with a seal behind it.\r\nThe sweet is wrapped in paper. The paper is green, red and white.\r\nThe sweet lies diagonally in the picture.\r\nThere is some writing on the sweet: \u201cCoca Cola\u201d and \u201cEnglhofer\u201d.\r\nThe writing is in flowing lettering. The letters are curly and sloping.\r\nThe sweet is in the centre of the poster. It thereforestands out the most in the touch model.\r\nThe \u201cEnglhofer, Coca Cola\u201d is a cheerful and informal poster. \r\n\u201cCoca Cola\u201d is the flavour of the sweet.\r\nBut \u201cCoca Cola\u201d is also a US brand. It was very popular and fashionable 70 years ago.\r\nBehind the sweet we see an animal, a seal.\r\nThe seal is looking down at the sweet. It seems to be playing with the sweet.\r\nThe sizes are not like in reality: the sweet is the same size as the seal in the picture.\r\nThe seal is grey. Its nose, mouth and eyes are white. Its whiskers are painted very prominently. In the touch model, the whiskers are made of strong wire. \r\nAt the top left there is another word: \u201cNEW\u201d. The word \"NEW\" is written in tall, capital letters. The colour is a strong red.\r\nIt is followed by an exclamation mark. This makes the word look more important.\r\nWhy is there a seal on the poster? When we think of a seal, we might think of the sea, holidays and leisure time. A seal might also make us think of cold water and a feeling of freshness.\r\nSo we might also think of leisure and freshness when we see the sweet. Then we want to buy it."}]},{"chapterName":"Das Kaufhaus Kastner & \u00d6hler","headerImage":10198,"audioTracks":[{"audioFile":10200,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Grazer Kaufhaus Kastner & \u00d6hler wurde vor 150 Jahren gegr\u00fcndet.\r\nSchon vor 100 Jahren war es ein sehr modernes und gro\u00dfes Kaufhaus mit einer eigenen Werbeabteilung.\r\nDie K\u00fcnstler Heinz Reichenfelser und Ernst Wendling leiteten das Werbe-Atelier. \r\nDie Plakate von Kastner & \u00d6hler aus dieser Zeit sind sehr auffallend und modern.\r\nSie haben einfache Formen und kr\u00e4ftige Linien. Die Menschen sind manchmal nur in Umrissen zu sehen.\r\nDie Schrift ist in den Plakaten ganz besonders gestaltet. Zum Beispiel sieht die schwungvolle Schrift \u201eF\u00fcr K\u00fcche und Haus\u201c aus wie der aufsteigende Rauch des Herdes.\r\nF\u00fcr die Werbung im Kaufhaus Kastner & \u00d6hler arbeiteten wichtige Grazer K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler.\r\nVon einigen sehen Sie Plakate in der Ausstellung.\r\nZita Zitkowskis Plakate haben oft kr\u00e4ftige Linien und Farben.\r\nIn Ernst Wendlings Plakaten sind die Formen oft schr\u00e4g ins Bild gesetzt.\r\nDie Plakate von Jetta Kininger und Edith Lutz sehen so aus, als w\u00fcrden sie flimmern und sich bewegen.\r\nIn der Zeit des Nationalsozialismus \u00e4nderte sich vieles f\u00fcr das Kaufhauses Kastner & \u00d6hler. \r\n\r\n\r\n\r\n\r\nDer Nationalsozialismus war eine politische Bewegung.\r\nVon 1938 bis 1945 dauerte die Zeit des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich.\r\nDas war eine Diktatur. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen bestimmten \u00fcber alle Lebensbereiche der Menschen. Der Diktator war Adolf Hitler.\r\nEs passierten viele Verbrechen. Viele Menschen wurden verfolgt. Viele wurden ermordet.\r\nDie Zeit des Nationalsozialismus endete mit dem Zweiten Weltkrieg.\r\nAuch in der Kunst wurde genau bestimmt, was erlaubt ist und was nicht.\r\nModerne Kunst war nicht erlaubt.\r\nDie Besitzer des Kaufhauses Kastner & \u00d6hler waren j\u00fcdisch. Im Nationalsozialismus wurden viele Verbrechen gegen j\u00fcdische B\u00fcrger*innen begangen. Viele verloren mit Gewalt auch ihren Besitz. \r\nDeshalb wurden ihre Schwieger-S\u00f6hne die neuen Besitzer. Die Schwiegers\u00f6hne waren nicht j\u00fcdisch. Sie konnten das Kaufhaus behalten. In der Zeit des Nationalsozialismus bekam das Kaufhaus Kastner & \u00d6hler auch einen neuen Namen: Alpenland-Kaufhaus. Erst seit rund 60 Jahren hei\u00dft das Kaufhaus wieder Kastner & \u00d6hler."},{"audioFile":10202,"guideType":"normal","transcription":"Der Buchhalter Carl Kastner und der Verk\u00e4ufer Hermann \u00d6hler, gr\u00fcndeten 1873 in Troppau (heute Opava in Tschechien) die \u201eKurzwarenhandlung Kastner und \u00d6hler\u201c. Bis 1881 wurden weitere Niederlassungen in Prag, Br\u00fcnn (heute Brno), Arad und Zagreb er\u00f6ffnet. 1883 findet Carl Kastner ein freies Gesch\u00e4ftslokal in der Sackstra\u00dfe 7 in Graz \u2013 und es entstand das Stammhaus Graz, welches sich in den n\u00e4chsten Jahren zum wichtigsten Standort des Unternehmens entwickelte. Die Stadt hatte zu dieser Zeit 110.000 Einwohner*innen.\r\nDer gro\u00dfe, 1913 er\u00f6ffnete Neubau, geplant durch die Architekten Fellner und Helmer, entwickelte sich zu einem der modernsten Warenh\u00e4user Europas mit Kundenliften und einem Erfrischungsraum mit Musik. Das Herzst\u00fcck war die \u201eGro\u00dfe Halle\u201c, ein reich verzierter und geschm\u00fcckter Prachtraum mit einer bunten Glaskuppel. Bald besch\u00e4ftigte Kastner und \u00d6hler 330 Mitarbeiter*innen und das Sortiment wurde durch Schuhe, H\u00fcte, Parfums, Leder-, Papierwaren und Herrenkonfektion erweitert. Ab 1917 erg\u00e4nzten Spielwaren, Haushaltsartikel, Porzellan, Glas, sowie Herde und \u00d6fen das Angebot. In den 1920er Jahren etablierte sich das Unternehmen zum f\u00fchrenden Anbieter von Wintersportartikeln, setzte neue Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr den Versandhandel und gab eine Zeitung als \u201eModebericht und Ratgeber f\u00fcr Haus und Wirtschaft\u201c, sowie als Unterhaltungsblatt heraus. \r\n\r\n\r\n\r\n\r\nZudem unterhielt das Kaufhaus in der Zwischenkriegszeit ein Werbeatelier, das ab 1924 von Heinz Reichenfelser geleitet wurde. Seine Mitarbeiter*innen gestalteten Innen- und Au\u00dfenplakate, sowie die Verkaufsfl\u00e4chen, beispielsweise w\u00e4hrend der \u201eWei\u00dfen Wochen\u201c. Viele Warenplakate stellten geschlechtsspezifischen Stereotype vereinfacht und fragmentierter dar. Dabei wurde zum Bespiel die biedere Hausfrau oder moderne Dame dem sportlich-eleganten Herren gegen\u00fcbergestellt. Auch die Darstellung moderner Freizeitvergn\u00fcgen wie Reisen, Wandern oder Schwimmen sollte zum Kaufen animieren.\r\nIn der Sammlung des Graz Museums befinden sich Entw\u00fcrfe und Plakate aus dem Werbeatelier, die von Heinz Reichenfelser, Edith Lutz, Jetta Kinninger, Zita Zitkowski oder Ernst Wendling gestaltet wurden.\r\nNach Reichenfelsers Entlassung 1937 wurde Ernst Wendling Atelierleiter. Beide hatten in Zusammenarbeit eine pr\u00e4gnante Bildsprache entwickelt, die von Hanns Wagula beeinflusst war. Die Grafiker*innen griffen das zeitgen\u00f6ssische Formenrepertoire auf und gestalteten sachlich, plakativ und reduziert, kombinierten oft das zentrale Element der Fl\u00e4che mit der Linie. Auch die Darstellung von Figuren als scherenschnittartige Silhouetten war charakteristisch. Der Einsatz der Typografie war auff\u00e4llig experimentell, abwechslungsreich und folgte dem Inhalt. So bildet zum Beispiel eine verl\u00e4ngerte Linie die schwungvolle Schrift \u201eF\u00fcr K\u00fcche und Haus\u201c, den stilisiert dargestellten aufsteigenden Rauch.\r\nZita Zitkowskis lineare Sprache \u00fcberzeugte mit einer auf Linie und Farbkontrast aufgebauten Komposition. Ernst Wendlings Grafiken sind durch die Diagonale gepr\u00e4gt. Die von Jetta Kininger und Edith Lutz \r\n\r\n\r\nangewendeten rhythmischen Verdoppelungen waren ein typisches, vom Film angeregtes Merkmal der Zeit. \r\nUm nach dem Anschluss \u00d6sterreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 eine Enteignung abzuwenden, verkauften die drei damaligen Eigent\u00fcmer Richard und Albert Kastner sowie Franz \u00d6hler an ihre \u201earischen\u201c Schwiegers\u00f6hne. Das Unternehmen musste in \u201eAlpenlandkaufhaus\u201c umbenannt werden und erhielt erst 1965 wieder seinen urspr\u00fcnglichen Firmennamen Kastner und \u00d6hler."},{"audioFile":10204,"guideType":"easy_english","transcription":"The Kastner and \u00d6hler department store was founded 150 years ago.\r\nEven 100 years ago it was a very modern and big store.\r\nFor advertising activities, Kastner & \u00d6hler had its own big department even 100 years ago: an advertising workshop.\r\nThe artists Heinz Reichenfelser and Ernst Wendling were in charge of the Kastner & \u00d6hler advertising workshop. \r\nThe Kastner & \u00d6hler posters created back then are very eye-catching and modern.\r\nWe often see simple, clear shapes and surfaces as well as strong lines. Sometimes, you can only see the silhouettes of people.\r\nThe lettering on the posters is quite characteristic. Often, it matches the poster\u2019s content. For example, the energetic lettering \u201cFor the kitchen and the home\u201d looks like smoke rising from the kitchen stove.\r\nImportant artists and graphic designers living in Graz created advertising materials for the Kastner & \u00d6hler department store.\r\nThe works of some of them are exhibited here.\r\nZita Zitkowski\u2019s posters often display energetic lines and colours.\r\nIn posters by Ernst Wendling, the shapes are often placed diagonally.\r\nThe posters by Jetta Kininger and Edith Lutz look as if they would flicker and move. \r\nUnder National Socialist rule, many things changed for the Kastner & \u00d6hler store. \r\nNational Socialism was a political movement.\r\nFrom 1938 to 1945, Austria was under National Socialist rule.\r\nNational Socialism was a dictatorship. The National Socialists dictated all areas of life for the people. The dictator was called Adolf Hitler.\r\nMany crimes were committed. Many people were persecuted. Many people were murdered.\r\nThe National Socialist dictatorship ended along with World War II.\r\nNational Socialists even dictated precisely what kind of art was allowed, and what wasn\u2019t.\r\nModern art was not allowed.\r\nThe owners of the Kastner & \u00d6hler store were Jewish. Many crimes were committed against Jewish people under National Socialist rule. They were often forced to hand over their property. \r\nFor this reason the sons-in-law became the new owners. The sons-in-law were not Jewish. They were allowed to keep the store.\r\nUnder National Socialist rule, the Kastner & \u00d6hler store was given a new name: Alpenland-Kaufhaus (store of the Alps).\r\nThe store\u2019s name changed back to Kastner & \u00d6hler 60 years ago."}]},{"chapterName":"Tast-Modell Kastner und \u00d6hler, Alles f\u00fcr die Schule","headerImage":10206,"audioTracks":[{"audioFile":10208,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Tast-Modell \u201eKastner und \u00d6hler, Alles f\u00fcr die Schule\u201c befindet sich in der N\u00e4he des Original-Plakates.\r\nSie k\u00f6nnen das Tast-Modell angreifen.\r\nIm Tast-Modell sp\u00fcren Sie die Formen, Gegenst\u00e4nde und sogar die Schrift des Plakates.\r\n\r\nDas Tast-Modell geh\u00f6rt zu einem Werbe-Plakat des Kaufhauses \u201eKastner und \u00d6hler\u201c.\r\nDie K\u00fcnstlerin ist Zita Zitkovski. Das Plakat ist rund 100 Jahre alt.\r\nDas Plakat, das Sie an der Wand sehen, ist rund 32 Zentimeter breit und 28 Zentimeter hoch.\r\nDas Tast-Modell ist etwas kleiner und hat einen Rahmen.\r\nAuf dem Plakat sehen wir Werbung f\u00fcr Schul-Sachen. \r\nDas Plakat besteht aus wenigen kr\u00e4ftigen Farben und Linien.\r\n\r\nBer\u00fchren Sie das Tast-Modell:\r\nDas gesamte Plakat ist rot liniert und hat einen schwarzen Hintergrund.\r\nUnten in der Mitte ist in gro\u00dfen wei\u00dfen Buchstaben der Name des Kaufhauses zu lesen: \u201eKastner und \u00d6hler\u201c. Das kleine geschwungene Zeichen zwischen den Worten Kastner und \u00d6hler bedeutet \u201eund\u201c. Es ist ein \u201ekaufm\u00e4nnisches Und\u201c.\r\n\r\n\r\nDar\u00fcber sehen wir in wei\u00dfen Linien 2 Kinder. Sie sind sehr vereinfacht gezeichnet. Sie sehen aus wie mit dem Lineal gemacht.\r\nAuf dem R\u00fccken haben die beiden Kinder Schul-Taschen. Diese sind genauer dargestellt.\r\n\u00dcber den beiden Kindern lesen wir die Worte \u201eAlles f\u00fcr die Schule\u201c.\r\nDie Buchstaben sind wei\u00dfe, gerade Druck-Buchstaben.\r\nDie schwarze Farbe des Hintergrundes, die roten Linien und die wei\u00dfen W\u00f6rter und Zeichnungen erinnern an Kreide auf einer Schul-Tafel. Das passt zum Werbe-Plakat:\r\nEs ist ein Werbe-Plakat f\u00fcr Schul-Sachen wie zum Beispiel die beiden Schul-Taschen.\r\nGanz unten in der Mitte gibt es noch sehr kleine Buchstaben: \u201eZiT\u201c. Z, i und t sind die Anfangs-Buchstaben des Namens der K\u00fcnstlerin Zita Zitkovski."},{"audioFile":10210,"guideType":"normal","transcription":"Das Innenraumplakat \u201eKastner und \u00d6hler \u2013 Alles f\u00fcr die Schule\u201c ist mit 31 mal 28 Zentimetern ann\u00e4hernd quadratisch. Es ist ein Werk von Zita Zitkowski, die im Werbe-Atelier von Kastner und \u00d6hler angestellt war. Das Tastmodell ist 30 Zentimeter hoch, 33 Zentimeter breit und mit Leisten umrandet.\r\nDas gesamte Plakat ist von waagrechten parallelen Linien in kr\u00e4ftiger roter Farbe auf schwarzem Hintergrund durchzogen. Die weiteren Elemente sind in wei\u00dfer Farbe daraufgesetzt. Die Gestaltung weckt Assoziationen mit Kreidezeichnungen auf einer Schultafel. Die regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nde, parallelen Linien und geometrischen Formen lassen die Darstellung wie mit einem Lineal gezogen und wohlgeordnet wirken.\r\nWenn Sie das Plakat von oben nach unten abtasten taucht am oberen Rand in wei\u00dfen schn\u00f6rkellosen Versalien der Schriftzug \u201eALLES F\u00dcR DIE SCHULE\u201c auf. Der Schriftzug zieht sich \u00fcber die gesamte Breitseite des Bildes. Die Abst\u00e4nde zwischen den W\u00f6rtern sind gro\u00df und die Buchstaben in geraden Versalien wiedergegeben.\r\nUnter dem Schriftzug erstreckt sich \u00fcber gut die H\u00e4lfte des Plakates die schematische Darstellung zweier gleich gro\u00dfer und nebeneinander angeordneter Schulkinder. Sie sind als Umrisszeichnungen stark abstrahiert wiedergegeben. Auf den K\u00f6pfen tragen sie Kopfbedeckungen. \r\n\r\n\r\nAuffallend gestaltet sind die beiden Schultaschen. Im Tastmodell sind diese k\u00f6rperlich modelliert. Die Schnallen sind ge\u00f6ffnet. Auch im Plakat sind die Schultaschen die einzigen Elemente, die durch Schattierungen Volumen andeuten. Auf diese Weise werden die Schultaschen als reale Konsumg\u00fcter hervorgehoben.\r\nDie weiteren Umrisslinien der beiden Kinder sind eckig und gerade. In der Mitte ragen die Ellbogen der Kinder \u00fcbereinander. Die linke Figur tr\u00e4gt eine Hose aus parallelen Linien, die rechte Figur ein angedeutetes gleichschenkeliges Dreieck als Rock.\r\nIm unteren Viertel des Bildes befindet sich ein gro\u00dfer Schriftzug: \u201eKASTNER UND \u00d6HLER\u201c. Der Firmenname zieht sich in wei\u00dfen Versalien \u00fcber die gesamte Breitseite des Plakates. Die gro\u00dfe wei\u00dfe Schrift auf dunklem Hintergrund sticht kr\u00e4ftig hervor. Das Und-Zeichen ist als Kaufmanns-Und bzw. Et-Zeichen kleiner und zarter gesetzt. Durch die geschwungene Linie weckt das Und-Zeichen einen von-Hand-geschriebenen Eindruck.\r\nNicht ins Tastmodell \u00fcbertragen ist die sehr dezent in die Mitte gesetzte Paraphe der K\u00fcnstlerin am unteren Rand des Plakates: ZiT. f\u00fcr Zita Zitkovski."},{"audioFile":10212,"guideType":"easy_english","transcription":"The touch model of the poster \"Kastner und \u00d6hler, Everything for School\" is located near the draft poster.\r\nThe touch model is something you can feel with your hands.\r\nThe touch model lets you feel the shapes, objects and even the writing on the poster.\r\n\r\nThis touch model belongs to an advertising poster for the \u201cKastner und \u00d6hler\u201d department store.\r\nThe artist is Zita Zitkovski. The poster is around 100 years old.\r\nThe poster you see on the wall measures about 33 by 30 centimetres.\r\nThe touch model is slightly smaller and has a frame.\r\nOn the poster we see advertising for things children need for school. \r\nThe poster consists of a few strong colours and lines.\r\n\r\nFeel the touch model:\r\nThe entire poster has red lines running across it and has a black background.\r\nThe name of the department store can be read in large, white letters at the bottom in the centre: \u201cKastner und \u00d6hler\u201d. The small curly symbol between the words \u201cKastner\u201d and \u201c\u00d6hler\u201d means \u201cand\u201d. It is called an \u201campersand\u201d.\r\nAbove it we see two children drawn with white lines. The artist has drawn them in a very simplified way. The lines are straight, as if made with a ruler.\r\nThe two children have school bags on their backs. These are shown in more detail.\r\nAbove the two children we read the words \u201eAlles f\u00fcr die Schule\u201c, which means: \u201cEverything for School\u201d.\r\nThe writing is in white, upright block letters.\r\nThe black colour of the background, the red lines and the white writing and drawings remind us of chalk on a school blackboard. This fits the advertising poster.\r\nIt\u2019s an advertising poster for school things, such as the two school bags.\r\nAt the very bottom in the centre, there are also some very small letters: \u201cZiT\u201d. Z, i and t are the first few letters of the artist Zita Zitkovski\u2019s name."}]},{"chapterName":"Plakat-Beschreibung Humanic - Zu jedem Schuh der passende Strumpf","headerImage":10214,"audioTracks":[{"audioFile":10216,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Plakat wurde vom Grazer K\u00fcnstler Fritz Krainz entworfen.\r\nDas Plakat ist rund 85 mal 60 Zentimeter gro\u00df.\r\n\r\nDie Farben des Plakates sind nicht kr\u00e4ftig, sondern zarte und warme Farben.\r\nDer wei\u00dfe Hintergrund nimmt viel Platz ein.\r\nAm unteren Rand lesen wir in grauen geraden und dicken Gro\u00dfbuchstaben den Namen der Firma: \u201eHUMANIC\u201c.\r\nDar\u00fcber stehen in geschwungener zarter Schrift die W\u00f6rter \u201eZu jedem Schuh, der passende Strumpf\u201c. Diese Schrift ist in einem warmen Braun.\r\n\u00dcber der Schrift ist das fr\u00fchere Logo der Firma Humanic: ein Herrenschuh mit Fl\u00fcgeln und dar\u00fcber der Anfangsbuchstabe \u201eH\u201c. Auch das Logo ist braun, grau und wei\u00df.\r\nGro\u00df auf dem Plakat sehen wir die Beine einer Frau mit Str\u00fcmpfen.\r\nEin Bein ist gestreckt, eines angewinkelt.\r\nDie Farbe der Str\u00fcmpfe ist ein warmes Gold-Braun.\r\nDie Beine reichen fast \u00fcber das gesamte Plakat.\r\nMan wei\u00df sofort, dass es um die Str\u00fcmpfe geht. Die Kleidung der Frau ist nur angedeutet.\r\n\r\n\r\n\r\nDie H\u00e4nde ragen oben links ins Bild und halten den Strumpf am angewinkelten Bein.\r\nDie einzigen anderen Gegenst\u00e4nde auf dem Bild sind rosafarbene und gelbe Blumen, die \u00fcber den wei\u00dfen Hintergrund verteilt sind.\r\nDie Firma Humanic gibt es seit rund 150 Jahren und noch heute.\r\nSchon vor 100 Jahren war Werbung f\u00fcr Humanic sehr wichtig.\r\nViele Werbe-Plakate der Firma waren sehr auff\u00e4llig.\r\nDas Werbe-Plakat f\u00fcr Str\u00fcmpfe hingegen ist sehr typisch. Auch heute sieht man auf Strumpf-Werbungen oft Frauenbeine. Auch die zarten warmen Farben kommen oft in Strumpf-Werbungen vor."},{"audioFile":10218,"guideType":"normal","transcription":"Das Plakat \u201eHumanic, Zu jedem Schuh der passende Strumpf\u201c wurde von Fritz Krainz gestaltet.\r\nEs ist in zarten, warmen Farben gehalten, der wei\u00dfe Hintergrund nimmt viel Platz ein. Am unteren Rand ist in grauen, geraden und breiten Versalien der Firmenschriftzug angebracht: \u201eHUMANIC\u201c. Dar\u00fcber befindet sich ein weiterer Schriftzug. \u201eZu jedem Schuh, der passende Strumpf\u201c. Die Schrift ist in zarter Schreibschrift mit starken Rundungen gehalten, die Farbe der Schrift ist ein warmes Braun.\r\nAn der linken Seite \u00fcber den Schriftz\u00fcgen ist das Logo der Firma Humanic angebracht, wie die Firma es lange Zeit f\u00fchrte: ein Herrenschuh mit Fl\u00fcgeln und dar\u00fcber der Anfangsbuchstabe \u201eH\u201c. Auch das Logo ist braun, grau und wei\u00df. \r\nDamit ist der Schrift-Teil des Plakates im unteren Bereich abgeschlossen.\r\nDas Bildmotiv sind die Beine einer Frau in gold-braunen Str\u00fcmpfen. Ein Bein ist gestreckt, eines angewinkelt. Die Beine reichen fast \u00fcber das gesamte Plakat. Auch die H\u00e4nde der Frau sind zu sehen. Sie ragen oben links ins Bild und halten den Strumpf am angewinkelten Bein. Die Kleidung der Frau, ein Negligee, ist mit dem Saum angedeutet.\r\nDie einzigen anderen Gegenst\u00e4nde auf dem Bild sind rosafarbene und gelbe Blumen, die \u00fcber den wei\u00dfen Hintergrund verteilt sind.\r\n\r\n\r\nDie Firma Humanic wurde vor etwa 150 Jahren gegr\u00fcndet. Werbung spielt f\u00fcr Humanic bis heute eine wichtige Rolle. Insbesondere ab den 1970er Jahren fiel die Firma mit Werbekampagnen auf, f\u00fcr die K\u00fcnstler wie Karl Neubacher engagiert wurden.\r\nDas ausgestellte Werbe-Plakat von Fritz Krainz f\u00fcr Str\u00fcmpfe ist in der Bildsprache und Farbgebung hingegen eher konventionell."},{"audioFile":10220,"guideType":"easy_english","transcription":"This poster is an advertising poster for stockings from the Humanic shoe factory in Graz.\r\nIt was designed by the Graz artist Fritz Krainz.\r\nThe colours in the poster are not strong, but soft and warm.\r\nThe white background takes up a lot of space.\r\nAt the bottom we read the name of the company in grey, upright capital letters with thick lines: \u201cHUMANIC\u201d.\r\nAbove this, in delicate, flowing lettering, are the words \u201eZu jedem Schuh, der passende Strumpf\u201c, which means: \u201cThe right stocking for every shoe\u201d. This lettering is in a warm brown.\r\nAbove the lettering is Humanic\u2019s former logo: a man\u2019s shoe with wings and the initial letter \u201cH\u201d above it. The logo is also in brown, grey and white.\r\nThe legs of a woman wearing stockings appear large on the poster.\r\nOne leg is stretched, the other bent.\r\nThe colour of the stockings is a warm, golden brown.\r\nThe legs stretch almost across the entire poster.\r\nWe know immediately that it is about the stockings. The woman\u2019s clothing is not the focus.\r\nThe hands reach into the picture at the top left, holding the stocking on the bent leg.\r\nThe only other objects in the picture are pink and yellow flowers scattered over the white background.\r\nThe Humanic company was founded about 150 years ago and still exists today.\r\nEven 100 years ago, advertising was very important for Humanic.\r\nMany of the company\u2019s advertising posters were very eye-catching.\r\nThis advertising poster for stockings is however quite typical. Even today, we often see women\u2019s legs in advertisements for stockings.\r\nSoft, warm colours are often still used in stocking advertisements."}]},{"chapterName":"Plakate und Plakat-Entw\u00fcrfe","headerImage":10222,"audioTracks":[{"audioFile":10224,"guideType":"easy_to_read","transcription":"In der Ausstellung sehen Sie gedruckte Plakate und Plakat-Entw\u00fcrfe.\r\nDie K\u00fcnstler*innen und Grafiker*innen machten zuerst einen Plakat-Entwurf.\r\nDer Plakat-Entwurf war oft sehr klein.\r\nDer Plakat-Entwurf wurde f\u00fcr die Druck-Platte vergr\u00f6\u00dfert.\r\nNun konnte in gro\u00dfer Anzahl gedruckt werden.\r\nWie Plakate aussehen, h\u00e4ngt auch von der Druck-Technik ab.\r\nAm Anfang gab es nur Plakate mit Schrift.\r\nDie Plakate wurden mit der gleichen Technik wie B\u00fccher gedruckt.\r\nDie M\u00f6glichkeiten wurden immer besser.\r\nSo interessierten sich auch die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler f\u00fcr die Gestaltung von Plakaten.\r\nSeit rund 220 Jahren gibt es Plakate in Farbe und mit Bildern.\r\nSie wurden zuerst mit der Technik der Lithografie gedruckt.\r\nLithografie ist ein Stein-Druck.\r\nNun konnte man hohe Auflagen in Farbe g\u00fcnstig herstellen.\r\nVor 90 Jahren wurde eine neue Druck-Technik immer wichtiger:\r\nder Offset-Druck.\r\nBeim Offset-Druck wird mit einer Platte aus Aluminium gedruckt. \r\nEine wichtige Firma war die Alfred Wall AG. Sie wurde vor 100 Jahren in Graz gegr\u00fcndet und war die erste grafische Druckerei in ganz \u00d6sterreich.\r\nAlfred Wall besch\u00e4ftigte in seiner Firma viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler \r\n\r\n\r\nwie Hanns Wagula oder Ida Penecke-Buxbaum.\r\nIn der Zeit des 2. Weltkriegs produzierte die Firma f\u00fcr den Krieg Verpackungen f\u00fcr Munition.\r\nDanach wurden vor allem gro\u00dfe Plakate hergestellt.\r\nDie Firma Alfred Wall AG gab es bis ins Jahr 2000.\r\n\r\nEine wichtige Firma f\u00fcr die Verbreitung von Werbe-Plakaten in Graz ist die Firma Ank\u00fcnder.\r\nSie wurde vor etwa 100 Jahren gegr\u00fcndet.\r\nDie Firma Ank\u00fcnder arbeitet mit Plakat-W\u00e4nden, Litfa\u00df-S\u00e4ulen und anderen Fl\u00e4chen f\u00fcr Werbung.\r\nVor 90 Jahren gab es in Graz bereits 110 Litfa\u00dfs\u00e4ulen und 240 Stra\u00dfenbahn-Wagen mit Werbung.\r\nInsgesamt wurde eine Fl\u00e4che von 12.500 m2 mit Plakaten beklebt.\r\nDas ist fast so gro\u00df wie 2 Fu\u00dfball-Felder. "},{"audioFile":10226,"guideType":"normal","transcription":"Die ersten Plakate waren Schriftplakate, die nach dem Buchdruckverfahren hergestellt wurden. \r\nEndes des 18. Jahrhunderts konnten mit einem neuen Druckverfahren, der Lithografie, erstmals bebilderte Plakate kosteng\u00fcnstig erzeugt werden. Durch die \u00dcbertragung der Illustration im vergr\u00f6\u00dferten Ma\u00dfstab auf den lithografischen Stein war es m\u00f6glich, gr\u00f6\u00dfere Auflagen farbiger Drucksachen effizient zu produzieren. Um 1930 wurde der Steindruck sukzessive vom technisch weiterentwickelten Offset Druck abgel\u00f6st. Ab nun bestand die Druckerplatte aus Aluminium.\r\n1922 erwarb Alfred Wall die von August Mathey gegr\u00fcndete Cromo-Lithografische Kunstanstalt in Graz. Sie war nicht nur der gr\u00f6\u00dfte Stein-Offset Betrieb der Monarchie, sondern auch die einzige grafische Anstalt des heutigen \u00d6sterreichs. Neben dem Steindruck f\u00fchrte die Kunstanstalt fr\u00fchzeitig das Offsetverfahren und die Reproduktionsfotografie ein und erzeugte Drucksorten, sowie bedruckte Kartonagen aller Art. Eine Gesch\u00e4ftsstelle und ein Exportb\u00fcro in Wien sorgten f\u00fcr Kontakte. Die Firma verf\u00fcgte \u00fcber ein Entwurfsatelier in dem K\u00fcnstler*innen wie Hanns Wagula besch\u00e4ftigt waren. Die Gebrauchsgrafikerin Ida Penecke-Buxbaum arbeitete eine Zeit lang f\u00fcr die grafische Anstalt Alfred Wall, wobei sie den Kupferdruck einf\u00fchrte.\r\nW\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurden auch Munitionspackungen hergestellt. Ab 1946 konzentrierte sich die Produktion auf den gro\u00dfformatigen Offsetdruck, so z.B. f\u00fcr Plakate. Die Alfred Wall AG wurde bis 2000 als Familienbetrieb weitergef\u00fchrt.\r\n\r\n\r\n924 gr\u00fcndete die Stadt Graz unter dem B\u00fcrgermeister Vincenz Muchitsch gemeinsam mit der Firma Kienreichs Anzeigen Vermittlungsgesellschaft m.b.H. die Firma Ank\u00fcnder, Steierm\u00e4rkische Ank\u00fcndigung Ges.m.b.H. Dem \u201eAnk\u00fcnder\u201c wurde seitens der Stadt Graz das uneingeschr\u00e4nkte Recht einger\u00e4umt, ausschlie\u00dflich und konkurrenzlos im Stadtgebiet Werbung betreiben zu d\u00fcrfen.\r\n1931 gab es in Graz bereits 12.500 Quadratmeter Plakatfl\u00e4che, darunter 110 Litfa\u00dfs\u00e4ulen und 240 Stra\u00dfenbahnw\u00e4gen, die als Werbefl\u00e4chen genutzt wurden."},{"audioFile":10228,"guideType":"easy_english","transcription":"In the exhibition you see printed posters and drafts of posters.\r\nThe artists and graphic designers started with poster drafts.\r\nThe drafts often were very small.\r\nThe draft was enlarged for the printing plate.\r\nIt was now possible to print many posters.\r\nWhat posters look like also depends on the printing technology.\r\nAt the beginning, posters only displayed writing.\r\nThe posters were printed just like books.\r\nThen the technologies improved more and more.\r\nArtists then also showed an interest in poster design.\r\nPosters started to be printed in colour and to show pictures about 220 years ago.\r\nFirst, they were printed using the lithography technique.\r\nLithography is printing from a stone. \r\nIn this way it was possible to produce many colour prints cheaply.\r\n90 years ago, a new printing technology became more and more important: offset printing.\r\nOffset printing uses an aluminium plate. \r\nAn important print shop in Graz was the company owned by Alfred Wall.\r\nIt was founded 100 years ago and was the first print shop for graphic printworks in all of Austria.\r\nAlfred Wall employed many artists, such as Hanns Wagula and Ida Penecke-Buxbaum.\r\nDuring the Second World War, Alfred Wall\u2019s company produced packaging for the munitions used in the war.\r\nAfter the end of the Second World War, the shop produced mainly big posters.\r\nThe company Alfred Wall AG existed until the year 2000.\r\nAn important company for the distribution of advertising posters in Graz is the company Ank\u00fcnder.\r\nIt was founded about 100 years ago.\r\nAnk\u00fcnder works using large advertising boards and columns and other advertising surfaces.\r\n90 years ago in Graz, there were 110 advertising columns and 240 tram cars featuring advertisements.\r\nIn total, an area of 12,500 m2 was used for posters.\r\nThis is an area almost as big as 2 soccer fields. "}]},{"chapterName":"Die K\u00fcnstlerinnen Edith Lutz,  Jetta Kininger und Zita Zitkowski","headerImage":10230,"audioTracks":[{"audioFile":10232,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Edith Lutz, Jetta Kininger und Zita Zitkowski waren Grafikerinnen in Graz.\r\nSie arbeiteten f\u00fcr die Werkstatt des Kaufhauses Kastner & \u00d6hler.\r\nIn der Sammlung des Graz Museums befinden sich viele Plakate der Grafikerinnen. Auch in der Ausstellung sind ihre Arbeiten zu sehen.\r\n\u00dcber das Leben von Edith Lutz, Jetta Kininger und Zita Zitkowski wei\u00df man aber sehr wenig. Das trifft auf viele andere K\u00fcnstlerinnen aus dieser Zeit zu. \r\nDamals gab es viele Frauen, die hochwertige und eigenst\u00e4ndige k\u00fcnstlerische Arbeiten machten.\r\nSie wurden aber weniger anerkannt als M\u00e4nner.\r\nDaher ist \u00fcber sie heute oft weniger bekannt als \u00fcber m\u00e4nnliche K\u00fcnstler.\r\nEdith Lutz wurde 1912 in Ybbs geboren. Sie war die Enkelin des bekannten Malers Ludwig von Kurz zum Thurn und Goldenstein.\r\nEdith Lutz heiratete den K\u00fcnstler und Grafiker Heinz Reichenfelser, der das Werbeatelier von Kastner & \u00d6hler leitete.\r\nEdith Lutz schuf viele Plakate f\u00fcr das \u201eAlpenland-Kaufhaus\u201c in der Zeit des Nationalsozialismus. So hie\u00df das Kaufhaus Kastner & \u00d6hler in der damaligen Zeit.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nAuch \u00fcber Zita Zitkowski wissen wir nicht viel.\r\nSie nahm in den 1920er und 1930er Jahren an zwei gro\u00dfen Ausstellungen teil.\r\nDer wichtige Grazer K\u00fcnstler Alfred Wickenburg malte ein Bild von Zita Zitkowski. "},{"audioFile":10234,"guideType":"normal","transcription":"In der Plakatsammlung des Graz Museums befinden sich etliche Plakate der Grafikerinnen Edith Lutz, Jetta Kinninger und Zita Zitkowski, die alle f\u00fcr das Werbeatelier der Firma Kastner und \u00d6hler arbeiteten und deren Biografien nur bruchst\u00fcckhaft oder gar nicht bekannt sind. \r\nSie stehen stellvertretend f\u00fcr jene Frauen dieser Zeit, die zwar emanzipiert einen kreativen Beruf aus\u00fcbten, deren Name jedoch meist im Hintergrund blieb. Ihr Schaffen geriet im Laufe der Zeit in Vergessenheit, obwohl ihr gestalterischer Stil ebenso innovativ und eigenst\u00e4ndig war wie der ihrer m\u00e4nnlichen Kollegen.\r\nVon Jetta Kinninger und Zita Zitkowski fehlen beinahe s\u00e4mtliche biografische Spuren. \r\nZita Zitkowski war nicht nur als Werbegrafikerin sondern auch als K\u00fcnstlerin in Graz t\u00e4tig. 1928 wurde sie von Alfred Wickenburg eindrucksvoll portr\u00e4tiert. 1932 beteiligte sie sich an zwei Ausstellungen der alpenl\u00e4ndischen K\u00fcnstlergilde, die namhafte Grazer K\u00fcnstler*innen vorstellte. Sp\u00e4ter verlie\u00df sie Graz verlassen und zog nach Deutschland. \r\nEdith Lutz wurde 1912 in Ybbs geboren und war die Enkelin des bekannten Malers Ludwig von Kurz zum Thurn und Goldenstein. Ab den 1930er Jahren war sie als Grafikerin f\u00fcr das Kaufhaus Kastner & \u00d6hler t\u00e4tig, wo sie vermutlich auch den damaligen Leiter des Werbeateliers Heinz Reichenfelser kennenlernte. Edith Lutz und Heinz Reichenfelser heirateten 1941. W\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus gestaltete \r\n\r\n\r\nEdith Lutz weiterhin Plakate f\u00fcr das Werbeatelier des arisierten und umbenannten \u201eAlpenlandkaufhauses\u201c."},{"audioFile":10236,"guideType":"easy_english","transcription":"Edith Lutz, Jetta Kininger and Zita Zitkowski were graphic designers in Graz.\r\nThey worked for the workshop at the Kastner & \u00d6hler department store.\r\nThe Graz Museum collection features many posters of the graphic designers. In this exhibition you can also see their works.\r\nVery little is known about the lives of Edith Lutz, Jetta Kininger and Zita Zitkowski.\r\nWe also know very little about many other female graphic designers and artists from more than 100 years ago.\r\nThere were many women who created their own, high-quality artistic works.\r\nBut the creative women were less recognized than men.\r\nThat is why less is often known about them today than about male artists.\r\nEdith Lutz was born in Ybbs in 1912. She was the granddaughter of the well-known painter Ludwig von Kurz zum Thurn und Goldenstein.\r\nEdith Lutz married the artist and graphic designer Heinz Reichenfelser, who was in charge of the advertising workshop at Kastner & \u00d6hler.\r\nUnder National Socialist rule, Edith Lutz created many posters for the \u201cAlpenland-Kaufhaus\u201d. This is what the Kastner & \u00d6hler department store was called then.\r\nLess is known about Zita Zitkowski as well. Her works of art were displayed in two big exhibitions in the 1920s and in the 1930s. The important painter Alfred Wickenburg from Graz painted a portrait of her."}]},{"chapterName":"Die K\u00fcnstlerin Ida Penecke-Buxbaum","headerImage":10238,"audioTracks":[{"audioFile":10240,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Ida Penecke-Buxbaum wurde 1896 in Graz geboren und ist 1960 in Passau verstorben.\r\nIda Penecke-Buxbaum studierte Kunst in Graz und Wien.\r\nIhre Lehrer waren die Grazer K\u00fcnstler Alfred Schr\u00f6tter, Anton Marussig und Daniel Pauluzzi.\r\nPenecke-Buxbaum gr\u00fcndete mit anderen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern den \u201eSteirischen Werkbund\u201c.\r\nDer \u201eSteirische Werkbund\u201c war ein Verband von K\u00fcnstler*innen.\r\nNicht nur die Kunst, auch die Gebrauchs-Grafik und das Kunst-Handwerk waren im Steirischen Werkbund sehr wichtig.\r\nIda Penecke-Buxbaums Ehemann Ernst Penecke war ebenfalls K\u00fcnstler.\r\nDie beiden gr\u00fcndeten vor 100 Jahren gemeinsam eine Firma: eine Werkstatt f\u00fcr Werbe- und Gebrauchs-Grafik.\r\nDamals war Ida Penecke-Buxbaum noch eine sehr junge Frau.\r\nEin eigenes Atelier f\u00fcr Werbe-Grafik und Gebrauchs-Grafik war zu der Zeit etwas ganz Neues.\r\nDort wurden zum Beispiel Plakate, Verpackungen, Urkunden und Brief-Papiere f\u00fcr Firmen hergestellt.\r\nIda Penecke-Buxbaum war die Besitzerin der Firma.\r\nDas war vor 100 Jahren etwas Besonderes.\r\nDamals dachten viele: M\u00e4nner k\u00f6nnen Firmen besser leiten als Frauen.\r\n\r\n\r\n\r\nAber Ida Penecke-Buxbaum war eine erfolgreiche Unternehmerin und sehr selbstbewusst.\r\nDas Atelier Penecke-Buxbaum war erfolgreich.\r\nGro\u00dfe Auftr\u00e4ge kamen vom Hotel Weitzer oder von der Papier-Fabrik Arland.\r\nErnst Penecke und Ida Penecke-Buxbaum probierten neue Techniken aus. Sie erhielten sogar einen wichtigen Preis: die Goldene Medaille vom Bundes-Ministerium f\u00fcr Handel und Verkehr.\r\nIda Penecke-Buxbaum arbeitete auch erfolgreich f\u00fcr die Grafik-Firma von Alfred Wall.\r\nDas war eine gro\u00dfe Firma f\u00fcr Werbe-Grafik in Graz.\r\nIda Penecke-Buxbaum f\u00fchrte dort ein Verfahren ein: den Kupfer-Druck.\r\nWir wissen nicht, ob Ida und Ernst Penecke-Buxbaum Nationalsozialist*innen waren. Die Firma Penecke-Buxbaum war aber auch in der Zeit des Nationalsozialismus von 1938 bis 1945 erfolgreich."},{"audioFile":10242,"guideType":"normal","transcription":"Geboren 1896 in Graz, gestorben 1960 in Passau\r\n\r\nIda Buxbaum studierte an der der Landeskunstschule in Graz bei Alfred Schr\u00f6tter, Anton Marussig und Daniel Pauluzzi; es folgten vier Studienjahre an der Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.\r\n1923 lie\u00df sie sich in Graz nieder, heiratete Ernst Penecke und war Gr\u00fcndungsmitglied des Steierm\u00e4rkischen Werkbundes.                                                                                                                                  1926 gr\u00fcndete das Ehepaar Penecke-Buxbaum in der Annenstra\u00dfe 24 ein Atelier f\u00fcr Reklame und Gebrauchsgrafik, das erste seiner Art in Graz und der Steiermark. Das Signum PE-BU deutet auf die gleichberechtigte Arbeitsgemeinschaft der Eheleute hin. Bemerkenswert f\u00fcr die damalige Zeit ist, dass Ida Inhaberin des Ateliers war und dieses in der \u00d6ffentlichkeit selbstbewusst repr\u00e4sentierte. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges f\u00fchrte sie die Firma alleine. \r\nDas Grafikatelier erarbeitete f\u00fcr einzelne Betriebe und industrielle Unternehmen Reklameentw\u00fcrfe \u2013 vom Plakat angefangen \u00fcber Verpackung bis hin zur Verschlussmarke und zum Gesch\u00e4ftspapier in einer zueinander abgestimmten einheitlichen Gestaltung. Intensive gesch\u00e4ftliche Verbindungen bestanden beispielsweise zum Hotel Weitzer oder zur Papierfabrik Arland. Eine Besonderheit des jungen Unternehmens war die Anfertigung k\u00fcnstlerischer Diplome und Urkunden mit dem modernen Verfahren der Spritzdrucktechnik. Dieses erm\u00f6glichte es, eine g\u00fcnstige und kleine Auflage zu produzieren. Hierf\u00fcr erhielt das Unternehmen 1930 vom Bundesministerium f\u00fcr Handel und Verkehr die Goldene Medaille. Innovativ wirkte Ida Penecke-Buxbaum \r\n\r\n\r\nauch w\u00e4hrend ihrer Mitarbeit in der grafischen Anstalt Alfred Wall in Graz, wo sie den Kupferdruck einf\u00fchrte. \r\nDas Atelier Penecke -Buxbaum agierte auch w\u00e4hrend und nach der Zeit des Nationalsozialismus erfolgreich. \u00dcber die politische Gesinnung der Eheleute Ida und Ernst ist nichts Genaues bekannt."},{"audioFile":10244,"guideType":"easy_english","transcription":"Ida Penecke-Buxbaum was born in 1896 in Graz and died in 1960 in Passau. She studied art in Graz and Vienna.\r\nHer teachers were the Graz artists Alfred Schr\u00f6tter, Anton Marussig and Daniel Pauluzzi.\r\nTogether with other artists, she founded the \u201cSteirische Werkbund\u201d.\r\nThe \u201cSteirische Werkbund\u201d was an association of artists.\r\nNot only art, but also commercial graphic design and crafts were very important for the \u201cSteirische Werkbund\u201d.\r\nIda Penecke-Buxbaum\u2019s husband, Ernst Penecke, was also an artist.\r\nBuxbaum and Penecke together founded a company 100 years ago: a workshop for advertising and commercial graphic design.\r\nAt that time, Ida Penecke-Buxbaum was still a very young woman.\r\nA workshop only for advertising and commercial graphic design was something completely new then.\r\nPosters, packaging, certificates and stationery for companies were created there.\r\nIda Penecke-Buxbaum was the company owner.\r\n100 years ago, this was something special.\r\nAt that time, many people thought that men were better managers than women.\r\nBut Ida was a successful businesswoman and a very self-confident person.\r\nThe Penecke-Buxbaum workshop was very successful.\r\nBig orders were placed by the renowned Hotel Weitzer and the paper mill Arland.\r\nErnst Penecke and Ida Penecke-Buxbaum tried out new techniques. The Federal Ministry of Trade and Transport even awarded them \r\nthe ministry\u2019s Gold Medal.\r\nIda Penecke-Buxbaum also successfully worked for Alfred Wall\u2019s graphic institute.\r\nThis was a large company for commercial graphic design in Graz.\r\nIda Penecke-Buxbaum introduced a technique there: copperplate printing.\r\nWe do not know whether Ida und Ernst Penecke-Buxbaum were National Socialists. The company Penecke-Buxbaum, however, was also successful under National Socialist rule between 1938 and 1945."}]},{"chapterName":"Die K\u00fcnstlerin Vevean Oviette","headerImage":10248,"audioTracks":[{"audioFile":10250,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Vevean Oviette wurde im Jahr 1902 in Graz geboren und ist 1986 in Graz verstorben.\r\nVevean Oviette lebte in Graz und den USA.\r\nSie hie\u00df urspr\u00fcnglich Emma Juliana Schwarzbauer, sp\u00e4ter \u00e4nderte sie ihren Namen zu Vevean Oviette.\r\nMit rund 30 Jahren wanderte sie in die USA aus.\r\nVevean Oviette reiste viel und lernte andere K\u00fcnstler*innen kennen.\r\nSie probierte viele Berufe aus. Sie war Kinderm\u00e4dchen, Schauspielerin, Model, Malerin und Grafikerin.\r\nIn New York studierte Vevean Oviette Malerei und nahm Unterricht bei Ferdinand Leger, einem ber\u00fchmten Maler.\r\nMit 50 Jahren lebte Vevean Oviette wieder in Graz. \r\nSie wurde Mitglied der Grazer Sezession.\r\nDie Grazer Sezession war eine Vereinigung von modernen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern.\r\nSp\u00e4ter zog Vevean Oviette wieder nach New York. Sie arbeitete als Modezeichnerin beim Magazin Vogue.\r\nDort arbeitete zur gleichen Zeit ein sehr ber\u00fchmter K\u00fcnstler: Andy Warhol.\r\nVevean Oviette unterrichtete Kunst in New York und Los Angeles.\r\nAb dem Jahr 1962 lebte Vevean Oviette wieder in Graz.\r\nMit ihren Erfahrungen aus dem Ausland brachte sie viele Ideen \u00fcber \r\n\r\n\r\n\r\nKunst nach Graz.\r\n\r\n1977 gr\u00fcndet sie gemeinsam mit anderen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern den Verein \u201eGruppe 77\u201c."},{"audioFile":10252,"guideType":"normal","transcription":"Geboren 1902 in Graz, gestorben 1986 in Graz\r\n\r\nUnter ihrem b\u00fcrgerlichen Namen Emma Juliana Schwarzbauer, arbeitete sie nach dem Abschluss des Gymnasiums der Ursulinen Graz zun\u00e4chst als Korrespondentin bei einer Bank in Belgrad.\r\nIn den 1930er Jahren wanderte sie ob der ihr unertr\u00e4glich gewordenen wirtschaftlichen und geistigen Situation ihrer Heimat in die USA aus. Sie arbeitete als Kinder- und Stubenm\u00e4dchen, tourte als Schauspielerin mit einer Theatergruppe durchs Land, war als Mannequin sowie als Modell f\u00fcr Maler*innen t\u00e4tig und wandte sich schlie\u00dflich selbst der Malerei zu. In dieser Zeit nahm sie das Pseudonym O. V. an.\r\n1938 begann sie ein Studium der Bildenden Kunst in New York, sp\u00e4ter studierte sie dort Malerei und nahm Privatunterricht bei Ferdinand Leger. \r\nAb Ende der 1940 Jahre unternahm sie Reisen durch Nordamerika, Kanada, Mexiko, Frankreich, England und Italien. Zwischen 1950 und 1954 lebte Vevean Oviette zweitweise in Graz, wo sie 1950 der Grazer Sezession beitrat und freundschaftliche Verh\u00e4ltnisse mit Kurt Weber und Gottfried Fabian pflegte.\r\n1951 studierte sie Grafik in Paris, kehrte jedoch 1954 zur\u00fcck nach New York, um dort zu unterrichten und \u2013 zeitgleich mit Andy Warhol \u2013 als Modezeichnerin beim Magazin Vogue zu arbeiten. 1960 zog sie f\u00fcr eine Lehrt\u00e4tigkeit nach Los Angeles, ehe sie sich 1962 endg\u00fcltig wieder in Graz als freischaffende K\u00fcnstlerin niederlie\u00df.\r\n\r\n\r\n\r\n1977 z\u00e4hlte sie zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern der Gruppe 77. Durch ihre internationalen Beziehungen ist es ihr gelungen, die Steiermark in den Nachkriegsjahren mit internationaler Kunst zu konfrontieren, was der steirischen Kunstszene ma\u00dfgebliche Impulse verschaffte."},{"audioFile":10254,"guideType":"easy_english","transcription":"Vevean Oviette lived in Graz and the USA from 1902 to 1986.\r\nHer original name was Emma Juliana Schwarzbauer, but she later changed it to Vevean Oviette.\r\nShe moved to the USA when she was about 30.\r\nVevean Oviette travelled a lot and got to know other artists.\r\nShe tried many jobs. She was a nanny, an actress, a model,a painter and a graphic designer.\r\nIn New York, she studied painting and took lessons from Ferdinand Leger, a famous painter.\r\nIn her 50s, Vevean Oviette lived in Graz again.\r\nShe became a member of the Graz Secession. The Graz Secession was an association of local modern artists.\r\nLater, Vevean Oviette moved back to New York. She worked as a fashion illustrator for Vogue magazine.\r\nA very famous artist also worked there at that time: Andy Warhol.\r\nVevean Oviette taught art in New York and Los Angeles.\r\nShe returned to Graz in 1962.\r\nWith her experience from other countries, Vevean Oviette brought many ideas about art to Graz.\r\nIn 1977, she founded the association \u201cGruppe 77\u201d with other artists."}]},{"chapterName":"Bildsprache in der Werbe-Grafik","headerImage":10246,"audioTracks":[{"audioFile":10256,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Plakate bestehen aus Bild und Text. Bild und Text geh\u00f6ren zusammen und erz\u00e4hlen gemeinsam eine Botschaft.\r\nPlakate waren schon vor 100 Jahren oft besonders klar und einfach gestaltet.\r\nWir sehen deutliche Linien und kr\u00e4ftige Farben nebeneinander.\r\nWir sehen einfache und typische Bilder.\r\nSo verstanden die Menschen die Plakate schnell und auch von weiter weg.\r\nSchlie\u00dflich fuhren viele Menschen mit der Stra\u00dfenbahn, dem Fahrrad oder sp\u00e4ter mit dem Auto. Das Leben in der Stadt wurde immer schneller.\r\nSchon vor 100 Jahren gab es verschiedene Werbe-Plakate. \r\nWaren-Plakate zeigen Dinge, die wir Menschen kaufen sollen.\r\nKaffee, Tee oder Zigaretten waren vor 100 Jahren etwas Besonderes.\r\nSie kamen aus fernen L\u00e4ndern.\r\nIn den Plakaten sieht man deshalb oft Menschen mit dunkler Hautfarbe in exotischer Kleidung. So stellte man sich die Menschen in den fernen L\u00e4ndern vor, aus denen die Waren kamen. Das war aufregend und verkaufte sich gut. Die schwere Arbeit und die Armut der Menschen sieht man nicht.\r\nDie Plakate f\u00fcr Kunst und Kultur sind anders gestaltet. Hier sehen wir gleich: Es geht nicht um Waren, es geht um die Kunst.\r\n\r\n\r\n\r\nAuf den Tourismus-Plakaten sehen wir oft das Meer, Berge und Architektur.\r\nDie Menschen sollten sich vorstellen k\u00f6nnen, wie es ist, dorthin zu reisen. Deshalb sieht man oft auch ein Schiff oder ein Flugzeug auf den Tourismus-Plakaten.\r\nAuf den Sport-Plakaten sehen wir Menschen in der Natur mit ihrer technisch-modernen Sport-Ausr\u00fcstung."},{"audioFile":10258,"guideType":"normal","transcription":"Formal betrachtet bestehen Plakate aus einer Komposition von Bild und Schrift, die gemeinsam eine Botschaft vermitteln. Mit der Erh\u00f6hung der Geschwindigkeit in den St\u00e4dten durch neue, schnellere Verkehrsmittel mussten Botschaften sowohl in kurzer Zeit als auch aus der Ferne leicht erfassbar sein und anziehend wirken. Dabei erwiesen sich stark reduzierte, abstrahierte Formen sowie Linien, Fl\u00e4chen und Farbkontraste, die eine klare Gliederung schaffen, als besonders wirksam. Werbebotschaften wurden auf ein zentrales Bildmotiv reduziert, das auf ungewohnt suggestive Weise erschien.\r\nVor allem Warenplakate weisen so eindringlich auf die Ware hin. Ihr Hauptanliegen ist der Signal- und Apell- Charakter, mit dem sie eine bestimmte Zielgruppe ansprechen: die Konsument*innen. Sachplakate bejahten die moderne Industriewelt, warben f\u00fcr Massenprodukte und erzeugten das Begehren nach neuen Waren. Dar\u00fcber hinaus bedienten und vermittelten sie die Klischees und Stereotypen ihrer Zeit. Genussmittel aus fernen L\u00e4ndern wie Kaffee, Tee oder Zigaretten wurden mit einem kolonialistischen Blick durch exotisch anmutende Menschen beworben.\r\nKunst-und Ausstellungsplakate hingegen priesen keine Ware an. Sie erzeugten in komplexerer, narrativer Weise oft humorvoll und zur\u00fcckhaltend Aufmerksamkeit. Ihre Formensprache war weniger stereotyp, ihr Inhalt erschlie\u00dft sich erst durch eine l\u00e4ngere Betrachtung. \r\n\r\n\r\nTourismusplakate bedienten sich einer dokumentarischen und naturalistischen Darstellung. Naturelemente wie Meer oder Berge sowie \r\nArchitektur und Reiseverkehrsmittel wurden zu einer komplexen Zusammenschau komponiert. \r\nSportplakate thematisierten meistens die menschliche Figur zusammen mit Landschaft oder Technik. "},{"audioFile":10260,"guideType":"easy_english","transcription":"Posters contain pictures and text. Pictures and text belong together and convey a message.\r\nEven 100 years ago, posters were often designed to convey clear and simple messages.\r\nWe see distinct lines and strong colours close together.\r\nWe see well-known role models and clich\u00e9s.\r\nIn this way, people understood the posters quickly and also from quite far away.\r\nAfter all, many people travelled by tram, by bike, or later by car. Life in the city was getting faster and faster.\r\n100 years ago there were different advertising posters. \r\nProduct posters show things for people to buy.\r\n100 years ago, coffee, tea and cigarette were something special.\r\nThese goods came from countries far away.\r\nThe posters therefore often show people with dark skin in exotic clothes. This is how the population imagined people from countries far away, from where the goods came. It was not necessarily the reality. But it was exciting and sold well. The hard work and poverty isn\u2019t shown in the advertising.\r\nThe posters for art and culture were not as striking as the other advertising posters. We can see that this is not normal advertising, but it is art.\r\nIn the tourism posters we often see the sea, mountains and buildings.\r\nPeople had to find it easy to imagine travelling there in reality. That\u2019s why you can often see a ship or an airplane on the tourism posters.\r\nOn the sports posters, we can often see people in natural surroundings. The sports equipment looks very modern and technical."}]},{"chapterName":"Tast-Modell Grazer Herbst-Messe 1951","headerImage":10262,"audioTracks":[{"audioFile":10264,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Tast-Modell zum Plakat f\u00fcr die Grazer Herbst-Messe 1951 geh\u00f6rt zu einem Plakat in der Ausstellung. \r\nDas Plakat befindet sich in der N\u00e4he des Tast-Modells an der Wand.\r\nSie k\u00f6nnen das Tast-Modell angreifen.\r\nIm Tast-Modell sp\u00fcren Sie die Formen, Gegenst\u00e4nde und sogar die Schrift des Plakates.\r\n\r\nDas Tast-Modell geh\u00f6rt zu einem Plakat-Entwurf f\u00fcr die Grazer Herbst-Messe 1951.\r\nDer K\u00fcnstler ist Fritz Krainz. Der Plakat-Entwurf ist rund 70 Jahre alt.\r\nDer Plakat-Entwurf, den Sie an der Wand sehen, ist rund 85 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit. \r\nDas Tast-Modell ist etwas kleiner und hat einen Rahmen.\r\nDas Plakat besteht aus wenigen Teilen und Farben.\r\nSo erkennen wir schnell, was darauf zu sehen und zu lesen ist.\r\nBer\u00fchren Sie das Tast-Modell:\r\nDie Hintergrund-Farbe des Plakates ist schwarz.\r\nAm unteren Rand ist \u201eGrazer Herbst Messe\u201c zu lesen. Die Schrift ist wei\u00df und vor dem dunklen Hintergrund sehr deutlich. Die W\u00f6rter \u201eGrazer\u201c und \u201eMesse\u201c bestehen aus gro\u00dfen Druck-Buchstaben. Das Wort \u201eHerbst\u201c ist dazwischen und viel kleiner geschrieben. \u00dcber dem letzten Buchstaben \r\n\r\n\r\nsteht noch von unten nach oben geschrieben das Datum der Veranstaltung: 14.-21. Oktober 1951.\r\nHinter der Schrift \u201eGrazer Herbst Messe\u201c sehen wir in braun eine Kugel, die am unteren Rand abgeschnitten ist: die Weltkugel. Teile Europas sind leicht zu erkennen. \r\nAuf der Welt-Kugel steht in gr\u00fcner und wei\u00dfer Farbe ein eigenartiges Tier. Es ist ein Sagen-Tier: der Steirische Panther. Die Umrisse des Panthers sind sehr deutlich zu sehen. Er wirkt wie mit der Schere ausgeschnitten und in das Bild gesetzt. Wir k\u00f6nnen seine Stier-H\u00f6rner und den Pferde-Kopf erkennen. Auf dem Kopf tr\u00e4gt er den Steirischen Herzog-Hut.\r\nDer Steirische Panther ist seitlich gedreht und blickt nach rechts. Aus seinem Maul kommt eine Flamme.\r\nMit seinen gro\u00dfen Tatzen h\u00e4lt er einen orangen Stab. Das ist ein Hermes-Stab. Der Hermes-Stab kommt aus den griechischen Sagen. \r\nDer griechische Gott Hermes war f\u00fcr Handel und Wirtschaft zust\u00e4ndig. Deshalb passt er gut zur Grazer Messe: Die Grazer Messe ist eine Veranstaltung f\u00fcr die Firmen und Betriebe in der Steiermark.\r\nDer Hermes-Stab ist mit Trauben, Bl\u00fcten und Weizen geschm\u00fcckt. Die Form an seiner Spitze ist sehr stark vereinfacht: Schlangen mit Fl\u00fcgeln.\r\nDie orange Farbe des Hermes-Stabes und die gr\u00fcne Farbe des Panthers sind sehr kr\u00e4ftig.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nDie Veranstaltung Grazer Messe gibt es bereits seit fast 120 Jahren.\r\nSie ist eine Ausstellung von Firmen und eine Leistungs-Schau: Es wird gezeigt, welche Betriebe es in der Steiermark gibt und was alles in der Steiermark hergestellt wird.\r\nDie Plakate f\u00fcr die Grazer Messe waren in der Zeit von 1920 bis 1955 immer sehr \u00e4hnlich gestaltet.\r\nWas sagt uns dieses Bild? Der Panther mit dem Hermes-Stab steht f\u00fcr die Wirtschaft in der Steiermark, die Welt-Kugel f\u00fcr die ganze Welt oder zumindest Europa.\r\nDas Bild soll uns zeigen, dass die steirische Wirtschaft sehr stark und wichtig ist."},{"audioFile":10266,"guideType":"normal","transcription":"Der K\u00fcnstler Fritz Krainz gestaltete das Plakat f\u00fcr die Grazer Herbst-Messe aus dem Jahr 1951. Der ausgestellte Plakat-Entwurf ist im Original rund 80 mal 60 Zentimeter gro\u00df. Das Tastmodell ist circa 40 mal 30 Zentimeter gro\u00df und in einen Rahmen eingefasst.\r\nDie Hintergrundfarbe des Plakates ist dunkelblau. Am unteren Rand ist \u00fcber die gesamte Breitseite der Schriftzug \u201eGrazer Herbst Messe\u201c angebracht. Das Wort \u201eHerbst\u201c dient hierbei in wesentlich kleinerer Schriftgr\u00f6\u00dfe als Bindestrich zwischen den hervorstechenden W\u00f6rtern \u201eGrazer\u201c und \u201eMesse\u201c. Der letzte Buchstabe dieses zentralen Schriftzuges bildet die Basis f\u00fcr die von unten nach oben am rechten Rand zu lesende Information \u201e14.-21. OKTOBER 1951\u201c. Der Veranstaltungstermin ist in derselben Gr\u00f6\u00dfe wie Herbst gehalten. S\u00e4mtliche Schriftzeichen stechen in Wei\u00df vom dunklen Hintergrund hervor. Die Versalien sind in Druckschrift gehalten.\r\nIm Hintergrund des zentralen Schriftzuges erhebt sich in von Hell bis Dunkel abgestuftem Braun die Weltkugel mit Europa im Zentrum. Sie ist am unteren Rand abgeschnitten, f\u00fchrt fast \u00fcber die gesamte Breitseite ist durch Schattierungen k\u00f6rperlich herausgearbeitet. Die Weltkugel hebt sich durch einen strahlend blauen Schein vom schwarzen Hintergrund des Plakates ab.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nAuf der Weltkugel steht der steirische Panther mit Herzoghut und Hermesstab, das augenf\u00e4lligste Element des Plakates. Das Sagentier ist in Gr\u00fcn-Wei\u00df schattiert und k\u00f6rperlich herausgearbeitet. Die harten Kanten vor dem Hintergrund erzeugen einen collageartigen Eindruck.\r\nDas Fabelwesen steht auf der Weltkugel. Links neben den Krallen ber\u00fchrt der Hermes-Stab die Weltkugel. Die Krallen und kr\u00e4ftigen Beine des Wesens sind abgewinkelt. Deutlich zu erkennen ist der L\u00f6wenschwanz auf der rechten Seite. Links f\u00fchren die Arme zu einer gro\u00dfen Klaue, die den Hermesstab h\u00e4lt. \r\nDer Steirische Panther ist in gedrehter Haltung dargestellt. W\u00e4hrend der K\u00f6rper nach links weist hat er den langen Hals und den Kopf im Bild nach rechts gedreht. Zu ertasten sind die Flammen aus seinem offenen Maul in der rechten oberen Seite. Die Stierh\u00f6rner und der Pferdekopf sind deutlich herausgearbeitet.\r\nDer Hermes-Stab zur Linken des Tieres ist in Orange gehalten. Er bildet einen farblichen Kontrast zum gr\u00fcn-wei\u00dfen Panther. Der Stab ist von Trauben, einer Weizen\u00e4hre und Blumen umrankt. Die f\u00fcr einen Hermesstab kennzeichnenden Schlangen mit Fl\u00fcgeln am oberen Ende des Stabes sind sehr abstrahiert und monochrom wiedergegeben. Eine kleine Kugel bildet den Abschluss.\r\nStab und Panther heben sich durch ihre kr\u00e4ftigen Farben und die scharfen Umrisse stark vom schwarzen Hintergrund ab.\r\nDie Gestaltung des Plakates ist ein Beispiel f\u00fcr Kontinuit\u00e4ten trotz der starken gesellschafts-politischen Wechsel in der Zeit von 1920 bis 1955. Weltkugel oder Landkarte, der Steirische Panther bzw. die Farben Gr\u00fcn-\r\n\r\n\r\nWei\u00df und auch der Hermes-Stab tauchen in den Bewerbungen der Grazer Messe in allen Jahrzehnten in unterschiedlichen Varianten auf.\r\nDer Hermes-Stab als Symbol f\u00fcr Wirtschaft und Handel verweist in Krainz\u2018 Umsetzung einerseits auf fruchtbare Ernte und somit die Landwirtschaft. Die metallisch wirkenden Elemente hingegen verweisen auf die Industrie. Die patriotische Botschaft einer m\u00e4chtigen, fruchtbaren und florierenden steirischen Wirtschaft wird in fast imperialistischer Gestik verk\u00fcndet."},{"audioFile":10268,"guideType":"easy_english","transcription":"This touch model relating to the poster for the Graz Autumn Fair 1951 belongs to a poster in the exhibition. \r\nThe poster is on the wall near the touch model.\r\nThe touch model is something you can feel with your hands.\r\nThe touch model lets you feel the shapes, objects and even the writing on the poster.\r\n\r\nThe touch model belongs to a poster design for the Graz Autumn Fair 1951.\r\nThe artist is Fritz Krainz. The poster design is around 70 years old.\r\nThe poster you see on the wall measures about 60 by 80 centimetres.\r\nThe touch model is slightly smaller and has a frame.\r\nThe poster consists of a few features and colours.\r\nThis means we can quickly see and read what it\u2019s about.\r\nFeel the touch model:\r\nThe background colour of the poster is black.\r\nAt the bottom edge you can read the words \u201c\u201cGrazer Herbst Messe\u201c, which means: Graz Autumn Fair\u201d. The lettering is white and can be seen clearly against the dark background. The words \u201cGraz\u201d and \u201cMesse\u201d consist of large, block letters. The word \u201cHerbst\u201d is between them in much smaller letters. Above the last letter, the date of the event is written sideways from bottom to top: 14 - 21 October 1951.\r\nBehind the words \u201cGrazer Herbst Messe\u201d we see a brown globe cut off at the bottom. Parts of Europe are easy to recognise.\r\nOn top of the globe is a strange animal in green and white. It\u2019s a mythical animal: the Styrian panther. The outlines of the panther can be seen very clearly. It looks like it's been been cut out with scissors and placed in the picture. We can make out its bull\u2019s horns and horse\u2019s head. On its head it wears the hat of the duke of Styria.\r\nThe Styrian panther is turned sideways and looks to the right. A flame is coming out of its mouth.\r\nIt holds an orange staff, or stick, in its big paws. This is the Staff of Hermes. The Staff of Hermes comes from Greek mythology. \r\nThe Greek god Hermes was responsible for trade and economy. That\u2019s why he fits well with the Graz Fair. The Graz Fair is an event for the companies and businesses in Styria.\r\nThe Staff of Hermes is decorated with grapes, flowers and wheat. The top of the staff has the very simplified form of snakes with wings.\r\nThe orange of the Staff of Hermes and the green of the panther are very intense colours.\r\nThe Graz Fair has existed for almost 120 years.\r\nIt is a trade fair for companies and an exhibition: it shows which companies there are in Styria and everything that is produced in Styria.\r\nThe posters for the Graz Fair remained very similar in design from 1920 to 1955.\r\nWhat does this picture tell us? The panther with the Staff of Hermes stands for the Styrian economy, the globe for the whole world, or at least Europe.\r\nThe picture wants to show us that the Styrian economy is very strong and important."}]},{"chapterName":"Die K\u00fcnstlerin Anny Dollschein","headerImage":10270,"audioTracks":[{"audioFile":10272,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Anny Dollschein wurde 1893 in Gorizia im heutigen Italien geboren und ist 1946 in Graz verstorben.\r\nAnny Dollschein war eine bedeutende K\u00fcnstlerin, Grafikerin und Puppen-Spielerin in Graz.\r\nIhre Familie war wohlhabend. Anny Dollschein war Sch\u00fclerin in der Malschule von Friederike Koch-Langentreu in Graz.\r\nSp\u00e4ter studierte Anny Dollschein an der Landes-Kunstschule.\r\nNur so konnte sie als K\u00fcnstlerin auch Geld verdienen.\r\nIhre Familie hatte nach dem Ersten Weltkrieg kein Verm\u00f6gen mehr.\r\nAnny Dollschein war eine sehr moderne K\u00fcnstlerin und Mitglied der Grazer Sezession.\r\nDie Grazer Sezession war eine Vereinigung von modernen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern.\r\nAnny Dollschein arbeitete auch als Erzieherin in einem M\u00e4dchenheim, um Geld zu verdienen.\r\nAnny Dollschein reiste mehrmals nach Paris und besuchte die Malschule des K\u00fcnstlers Andre Lhote. Danach studierte sie bei Alfred Wickenburg. \r\nIn der Zeit des Nationalsozialismus durfte Anny Dollschein nicht als K\u00fcnstlerin arbeiten, weil sie keine Nationalsozialistin war.\r\nSie durfte aber weiter als Werbe- und Gebrauchs-Grafikerin arbeiten.\r\nSie arbeitete nicht mehr so modern wie davor. Moderne Kunst war in der \r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nZeit des Nationalsozialismus nicht erlaubt.\r\n\r\nDer Nationalsozialismus war eine politische Bewegung.\r\nVon 1938 bis 1945 dauerte die Zeit des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich.\r\nDas war eine Diktatur. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen bestimmten \u00fcber alle Lebensbereiche der Menschen. Der Diktator war Adolf Hitler.\r\nEs passierten viele Verbrechen. Viele Menschen wurden verfolgt. Viele wurden ermordet.\r\nDie Zeit des Nationalsozialismus endete mit dem Zweiten Weltkrieg.\r\nAuch in der Kunst wurde genau bestimmt, was erlaubt ist und was nicht.\r\nAnny Dollschein konnte von ihren Auftr\u00e4gen nur schlecht leben. Sie war arm und litt an Hunger.\r\nDie K\u00fcnstlerin starb kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges."},{"audioFile":10274,"guideType":"normal","transcription":"Geboren 1893 in G\u00f6rz\/Gorizia\/Gorica (heute Italien), gestorben 1946 in Graz\r\n\r\nAnny Dollschein verbrachte ihre Kindheit in Cilli\/Celje und im nieder\u00f6sterreichischen Prinzendorf, wo sie verschiedene private Schulen f\u00fcr \u201eH\u00f6here T\u00f6chter\u201c besuchte.\r\nNach ihrer \u00dcbersiedelung nach Graz 1912 besuchte sie ab 1915 die private Malschule von Friederike Koch-Langentreu. 1918 studierte sie Malerei an der Landeskunstschule Graz bei Anton Marussig und Daniel Pauluzzi.\r\nDurch den Ersten Weltkrieg verlor sie ihr Familienverm\u00f6gen und musste fortan ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.\r\nEine gemeinsame Reise mit der K\u00fcnstlerin Rita Passini nach Capri im Jahr 1924 pr\u00e4gte ihren k\u00fcnstlerischen Stil nachhaltig.\r\n1925 war sie als einzige Frau Mitglied der Sezession Graz. Zu dieser Zeit arbeitete und wohnte sie als Erzieherin in einem Grazer M\u00e4dchenheim und wandte sich erneut der Kunst zu.\r\nZwischen 1930 und 1935 hielt sie sich mehrmals in Paris auf und besuchte die Malschule von Andre Lhote. Ab 1935 studierte sie bei Alfred Wickenburg in Graz und arbeitete auch als Gebrauchsgrafikerin.\r\nMit ihrer antifaschistischen Gesinnung stand sie dem \u201eAnschluss\u201c \u00d6sterreichs an das Deutsche Reich kritisch gegen\u00fcber, weshalb ihre k\u00fcnstlerischen Arbeiten in der nationalsozialistischen Zeit nicht ausgestellt wurden.\r\n\r\n\r\n\r\nAus ihrer finanziellen Notlage heraus musste sie jedoch Auftr\u00e4ge f\u00fcr offizielle Stellen als Gebrauchsgrafikerin annehmen, die sie unter anderem von Hanns Wagula vermittelt bekam und in denen sie sich inhaltlich wie stilistisch anpasste. \r\n1946 starb sie v\u00f6llig verarmt an Mangelern\u00e4hrung."},{"audioFile":10276,"guideType":"easy_english","transcription":"Anny Dollschein was born in 1893 in Gorizia and died in 1946 in Graz. She was an important artist, graphic designer and puppet player in Graz.\r\nHer family was rich. Anny Dollschein attended the painting school of Friederike Koch-Langentreu in Graz.\r\nLater, Anny Dollschein became a student of the Styrian School of Art.\r\nThis was the only way she could earn money as an artist.\r\nThe family had lost all their money by the end of World War I.\r\nAnny Dollschein was a very modern artist and member of the Graz Secession. The Graz Secession was an association of local modern artists.\r\nShe also worked as a teacher at a girls\u2019 home to earn some money.\r\nAnny Dollschein travelled to Paris several times and attended the painting school of Andre Lhote. Later, she studied under Alfred Wickenburg.\r\nUnder the National Socialist rule, Anny Dollschein was not allowed to work as an artist because she was not a National Socialist.\r\nNational Socialism was a political movement.\r\nFrom 1938 to 1945, Austria was under National Socialist rule.\r\nNational Socialism was a dictatorship. The National Socialists dictated all areas of life for the people. The dictator was called Adolf Hitler.\r\nMany crimes were committed. Many people were persecuted. Many people were murdered.\r\nThe National Socialist dictatorship ended along with World War II.\r\nNational Socialists even dictated precisely what kind of art was allowed, and what wasn\u2019t.\r\nAnny Dollschein was allowed to work as a commercial graphic designer.\r\nHer works were now less modern than before. Modern art was not allowed under National Socialist rule.\r\nAnny Dollschein could not earn enough to live on. She was poor and suffered from hunger.\r\nThe artist died shortly after the end of World War II."}]},{"chapterName":"Der K\u00fcnstler Heinz Reichenfelser","headerImage":10278,"audioTracks":[{"audioFile":10280,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Heinz Reichenfelser wurde 1901 in Wien geboren. Er starb 1969 in Graz.\r\nHeinz Reichenfelser war einer der modernsten und bekanntesten Gebrauchs-Grafiker in \u00d6sterreich in der Zwischenkriegszeit.\r\nEr studierte an der Kunstgewerbeschule und an der bekannten Malschule von Franz \u010ci\u017eek in Wien.\r\nReichenfelser verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Graz.\r\nEr war Mitglied der Grazer Sezession.\r\nHeinz Reichenfelser leitete die Abteilung f\u00fcr Gebrauchs-Grafik im Kaufhaus Kastner & \u00d6hler, dem gr\u00f6\u00dften Kaufhaus in Graz.\r\nDie Abteilung war zust\u00e4ndig f\u00fcr die Werbung, die Gestaltung der Schaufenster und die Gestaltung der R\u00e4ume im Gesch\u00e4ft.\r\nHeinz Reichenfelser war auch politisch t\u00e4tig.\r\nEr wurde schon 1932 Nationalsozialist.\r\nDas war noch vor Beginn der Diktatur des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich.\r\nDer Nationalsozialismus war eine politische Bewegung.\r\nVon 1938 bis 1945 dauerte die Zeit des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich.\r\nDie Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen bestimmten \u00fcber alle Lebensbereiche der Menschen. Der Diktator war Adolf Hitler.\r\nEs passierten viele Verbrechen. Viele Menschen wurden verfolgt. Viele wurden ermordet.\r\nDie Zeit des Nationalsozialismus endete mit dem Zweiten Weltkrieg.\r\nAuch in der Kunst wurde genau bestimmt, was erlaubt ist und was nicht.\r\n\r\n\r\n\r\nModerne Kunst war nicht erlaubt.\r\n\r\nAls Nationalsozialist \u00fcbernahm Reichenfelser weitreichende Aufgaben.\r\nUnter anderem l\u00f6ste er die Sezession Graz auf.\r\nModerne Kunst und Vereine waren im Nationalsozialismus nicht erlaubt.\r\nReichenfelser war auch in der Zeit des Nationalsozialismus ein erfolgreicher K\u00fcnstler. \r\nDie Diktatur des Nationalsozialismus endete mit dem 2. Weltkrieg 1945. \r\nHeinz Reichenfelser bekam eine Gef\u00e4ngnis-Strafe. Es wurde untersucht, ob er als Nationalsozialist Verbrechen begangen hatte.\r\nNach einigen Jahren wurde er aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen.\r\nDanach war er als K\u00fcnstler und Gebrauchs-Grafiker wieder sehr erfolgreich.\r\nReichenfelser arbeitete f\u00fcr gro\u00dfe Grazer Firmen wie die Brauerei Reininghaus."},{"audioFile":10282,"guideType":"normal","transcription":"Geboren 1901 in Wien, gestorben 1969 in Graz\r\n\r\nHeinz Reichenfelser absolvierte eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Wien und pflegte Kontakte zur Malschule von Cizek in Wien.\r\nAb den 1920er Jahren war er als erfolgreicher Gebrauchsgrafiker t\u00e4tig, \u00fcbersiedelte 1924 nach Graz und leitete bis 1937 die Werbeabteilung des Kaufhauses Kastner & \u00d6hler. \r\nEr war Mitglied der Sezession und z\u00e4hlte zu \u00d6sterreichs wichtigsten Gebrauchsgrafikern der 1930er und 40er Jahre. \r\nReichenfelsers k\u00fcnstlerische Biografie ist nicht von seiner politischen Bet\u00e4tigung zu trennen.\r\nBereits 1932 trat er in die NSDP ein und war fortan bis 1945 ununterbrochen f\u00fcr die Partei t\u00e4tig, so unter anderem als Ortsgruppenpropagandaleiter und Organisator verschiedenster Gro\u00dfveranstaltungen, als Gaufilmstellenleiter und Herausgeber der Zeitschrift \u201eKampf im Bild\u201c. Er gestaltete das Buch \u201eGraz. Die Stadt der Volkserhebung\u201c, das 1938 an Adolf Hitler \u00fcberreicht wurde.\r\nW\u00e4hrend des \u201eDritten Reiches\u201c war der Angeh\u00f6rige der Waffen-SS weiterhin ein bedeutender Werbegrafiker und Akteur im steirischen Kulturleben. Er wurde in dieser Zeit Professor an der Meisterschule f\u00fcr gestaltendes Handwerk in Graz (Vorl\u00e4ufer der heutigen Kunstgewerbeschule Ortwein) sowie zum Leiter der Sezession ernannt, mit deren Aufl\u00f6sung er allerdings betraute wurde.\r\n\r\n\r\n\r\nNach dem Krieg musste er bis 1946 eine Haftstrafe in Glasenbach in Salzburg, einem Internierungslager f\u00fcr ehemalige Nationalsozialisten, verb\u00fc\u00dfen, ehe er letztendlich entnazifiziert wurde. Daraufhin konnte er seine Karriere uneingeschr\u00e4nkt in Graz fortsetzten. Unter anderem war er Mitbegr\u00fcnder der rechtsextremen Zeitschrift \u201eAula. Das freiheitliche Magazin\u201c und Buchillustrator f\u00fcr den Leopold Stocker Verlag. Ab 1953 arbeitete er als Werbeleiter f\u00fcr die Grazer Firma Reininghaus sowie andere Unternehmen und organisierte Ausstellungen, die internationale Beachtung fanden. "},{"audioFile":10284,"guideType":"easy_english","transcription":"Heinz Reichenfelser was born in 1901 in Vienna and died in 1969 in Graz. He was one of the most modern and famous commercial graphic designer in Austria in the time between the two World Wars. He studied at the Arts and Crafts School and the important painting school of Franz \u010ci\u017eek in Vienna.\r\nReichenfelser spent most of his life in Graz.\r\nHe was member of the Graz Secession.\r\nHeinz Reichenfelser was in charge of graphic design at the Kastner & \u00d6hler store, the biggest departement store in Graz. The department\u2019s tasks included advertising, designing shop windows and designing the rooms in the store.\r\nHeinz Reichenfelser was politically active.\r\nHe was supporter of National Socialsm.\r\nHeinz Reichenfelser joined the National Socialist party in 1932.\r\nThis was even before the National Socialist dictatorship started in Austria.\r\nNational Socialism was a political movement.\r\nFrom 1938 to 1945, Austria was under National Socialist rule.\r\nNational Socialism was a dictatorship. The National Socialists dictated all areas of life for the people. The dictator was called Adolf Hitler.\r\nMany crimes were committed. Many people were persecuted. Many people were murdered.\r\nThe National Socialist dictatorship ended along with World War II.\r\nNational Socialists even dictated precisely what kind of art was allowed, and what wasn\u2019t.\r\nAs a National Socialist, Reichenfelser was given some critical tasks. \r\nThese included breaking up the Graz Secession.\r\nModern art and art associations were not allowed under National Socialism.\r\nEven under National Socialist rule, Reichenfelser was a successful artist.\r\nThe National Socialist dictatorship ended with World War II in 1945.\r\nHeinz Reichenfelser was imprisoned.\r\nIt was investigated, if he had commited any crimes when he was a National Socialist.\r\nHe was released after a few years.\r\nHe was again very successful as an artist and commercial graphic designer.\r\nReichenfelser worked for big companies in Graz such as the Reininghaus brewery."}]},{"chapterName":"Der K\u00fcnstler Hanns Wagula","headerImage":10286,"audioTracks":[{"audioFile":10288,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Hanns Wagula lebte von 1894 bis 1964 in Graz.\r\nHanns Wagula war K\u00fcnstler, Gebrauchs-Grafiker und Filme-Macher.\r\nVor 100 Jahren war er einer der wichtigsten Gebrauchs-Grafiker in \u00d6sterreich.\r\nHanns Wagula studierte Kunst in Graz, in M\u00fcnchen und in Berlin. Als junger K\u00fcnstler reiste er in viele L\u00e4nder: Italien, Frankreich, Tunesien, Algerien, Marokko und die USA. Auf seinen Reisen lernte Hanns Wagula viele moderne Kunst-Richtungen kennen.\r\nWagula gr\u00fcndete die Sezession Graz mit. Die Sezession Graz war eine Vereinigung von modernen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern in Graz.\r\nHanns Wagula war auch Werbe-Grafiker. So konnte er zus\u00e4tzlich Geld verdienen. \r\nHanns Wagula arbeitete f\u00fcr viele Grazer Firmen. Er machte auch Werbung f\u00fcr den Tourismus.\r\nEr schuf viele Plakate und wurde daf\u00fcr auch im Ausland bekannt. Wagula gewann viele Preise f\u00fcr seine Plakate.\r\nHanns Wagula war auch politisch t\u00e4tig. Er war Nationalsozialist.\r\nDer Nationalsozialismus war eine politische Bewegung.\r\nVon 1938 bis 1945 dauerte die Zeit des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich.\r\nDas war eine Diktatur. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen bestimmten \u00fcber alle Lebensbereiche der Menschen. Der Diktator war Adolf Hitler.\r\nEs passierten viele Verbrechen. Viele Menschen wurden verfolgt. Viele \r\n\r\n\r\nwurden ermordet.\r\nDie Zeit des Nationalsozialismus endete mit dem Zweiten Weltkrieg.\r\nAuch in der Kunst wurde genau bestimmt, was erlaubt ist und was nicht.\r\nModerne Kunst war nicht erlaubt.\r\nWagula arbeitete auch als K\u00fcnstler und Werbe-Grafiker f\u00fcr den Nationalsozialismus. In der Zeit des Nationalsozialismus bekam er Preise f\u00fcr seine Plakate und f\u00fcr den Film \u201eGraz. Stadt der Volkserhebung\u201c.\r\nIn der Zeit des Nationalsozialismus wurde Wagula auch Lehrer an der Meister-Schule f\u00fcr gestaltendes Handwerk in Graz. Aus dieser Schule wurde sp\u00e4ter die Ortwein-Schule.\r\nWagula war auch nach der Zeit des Nationalsozialismus f\u00fcr Firmen und politische Parteien t\u00e4tig. Als Werbe-Grafiker und Filme-Macher war er weiterhin sehr erfolgreich."},{"audioFile":10290,"guideType":"normal","transcription":"Geboren 1894 in Graz, gestorben 1964 in Graz\r\n\r\n1912 begann Hanns Wagula seine k\u00fcnstlerische Ausbildung an der Landeskunstschule in Graz, die er 1919 in M\u00fcnchen fortsetzte.\r\n1922\/23 wechselte er nach Berlin, um beim Bildhauer Alexander Archipenko zu studieren. Zugleich pflegte er Kontakte zu Wassily Kandinsky und Marc Chagall. W\u00e4hrend dieser Zeit absolvierte er mehre Studienreisen nach Italien, S\u00fcdfrankreich, Tunesien, Algerien und Marokko sowie in die USA, wo er pr\u00e4gende Anregungen f\u00fcr die Reklamekunst erhielt.\r\n1923 kehrte er als freischaffender K\u00fcnstler in seine Geburtsstadt zur\u00fcck, war Mitbegr\u00fcnder der Sezession Graz und musste aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden als Werbegrafiker arbeiten. Schon bald wurde er zu einem Pionier der Plakatkunst und erlangte internationale Bedeutung.\r\nNeben Plakaten und Gebrauchsgrafiken f\u00fcr diverse Grazer Firmen gestaltete er erfolgreich Werbung f\u00fcr den Tourismus im In- und Ausland. Zu seinen bekanntesten Werken z\u00e4hlen die Fremdenverkehrsplakate f\u00fcr die Steiermark und f\u00fcr Jugoslawien.\r\nEr nahm an internationalen Plakatausstellungen teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 3.500 grafische Entw\u00fcrfe und 200 Plakate, wovon fast jedes dritte pr\u00e4miert wurde, stammten von ihm.\r\nAb den 1930er Jahren hegte Wagula Sympathien f\u00fcr den Nationalsozialismus. F\u00fcr das nationalsozialistische Regime war er uneingeschr\u00e4nkt propagandistisch t\u00e4tig. 1940 wurde sein Umbruchsfilm \u201eGraz. Stadt der Volkserhebung\u201c vom Bund deutscher Filmamateure und der \u201eReichpropagandaleitung der NSDAP\u201c ausgezeichnet. \r\n\r\n\r\nAb 1944 unterrichtete Wagula als Professor f\u00fcr Entwurf und figurales Zeichnen an der Meisterschule f\u00fcr gestaltendes Handwerk in Graz (Vorl\u00e4ufer der heutigen Kunstgewerbeschule Ortwein).\r\nNach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er weiterhin f\u00fcr Firmen und verschiedene politische Parteien als Werbegrafiker t\u00e4tig und zudem als Filmemacher international erfolgreich."},{"audioFile":10292,"guideType":"easy_english","transcription":"Hanns Wagula was born in 1894 and died in 1964. He was an artist, commercial graphic designer and filmmaker in Graz. 100 years ago, he was one of the most important commercial graphic designer in Austria.\r\nHanns Wagula trained as an artist at the Styrian School of Art in Graz, as well as in Munich and Berlin. As a young artist, he travelled to many countries: Italy, France, Tunesia, Algeria, Morocco and the United States. During his travels he got to know many modern art forms.\r\nHe was one of the founders of the Graz Secession. The Graz Secession was an association of local modern artists.\r\nHanns Wagula also worked as a graphic designer for advertising. This allowed him to earn more money. \r\nHanns Wagula worked for many companies in Graz. He also created advertisements for tourism.\r\nHe created many posters and also became known in other countries. Wagula won many prizes for his posters.\r\nHanns Wagula was also politically active. He was a National Socialist.\r\nHe also worked as an artist and advertising designer for National Socialism. In the times of National Socialism he won prizes for his posters and for the film \u201cGraz, Stadt der Volkserhebung\u201d (Graz, a town of national uprising).\r\nUnder National Socialist rule, Wagula also became a teacher at the master school for design crafts in Graz. This school later became the well-known Ortwein school.\r\nWagula still worked for companies and political parties even after the National Socialist rule ended. He continued to be successful as a commercial designer and filmmaker. "}]},{"chapterName":"Der K\u00fcnstler Fritz Krainz","headerImage":10294,"audioTracks":[{"audioFile":10296,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Fritz Krainz lebte von 1920 bis 1992 in Graz. Er war K\u00fcnstler und Werbe-Grafiker.\r\nFritz Krainz besuchte die Grazer Kunstgewerbe-Schule und die Meister-Klasse f\u00fcr Malerei. Seine Lehrer waren die bedeutenden Grazer K\u00fcnstler Fritz Silberbauer und Alfred Wickenburg.\r\nFritz Krainz arbeitete in der Zeit des Nationalsozialismus als Werbe-Grafiker. Der Nationalsozialismus war eine politische Bewegung.\r\nVon 1938 bis 1945 dauerte die Zeit des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich.\r\nDas war eine Diktatur. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen bestimmten \u00fcber alle Lebensbereiche der Menschen. Der Diktator war Adolf Hitler.\r\nEs passierten viele Verbrechen. Viele Menschen wurden verfolgt. Viele wurden ermordet.\r\nDie Zeit des Nationalsozialismus endete mit dem Zweiten Weltkrieg.\r\nAuch in der Kunst wurde genau bestimmt, was erlaubt ist und was nicht.\r\nModerne Kunst war nicht erlaubt.\r\nDamals war Fritz Krainz rund 20 Jahre alt. Er machte Werbe-Plakate f\u00fcr das Milit\u00e4r. Sp\u00e4ter arbeitete er als technischer Zeichner und Bauleiter.\r\nNach Ende des 2. Weltkrieges unterrichtete Krainz an der Technischen Hochschule in Graz. Krainz leitete auch die Abteilung f\u00fcr Gebrauchs-Grafik. In der Gebrauchs-Grafik m\u00fcssen die K\u00fcnstler*innen einen bestimmten Auftrag erf\u00fcllen. Gebrauchs-Grafik hat immer einen \r\n\r\n\r\n\r\nbestimmten Zweck, zum Beispiel Warenverpackungen, Werbeplakate oder Firmen-Logos. \r\n\r\nVon 1968 bis 1982 war er Pr\u00e4sident der Sezession Graz, einer Vereinigung moderner K\u00fcnstler*innen.\r\nFritz Krainz arbeitete f\u00fcr politische Parteien und f\u00fcr Firmen in der Steiermark. Er war als Grafiker, Werbe-Leiter und Werbe-Texter t\u00e4tig.\r\nZu den wichtigsten Plakaten von Fritz Krainz z\u00e4hlen die Plakate f\u00fcr die Grazer Messe.\r\nFritz Krainz stand mit zahlreichen K\u00fcnstler*innen aus den L\u00e4ndern des ehemaligen Jugoslawien in Kontakt und hatte dort Ausstellungen.\r\nAls Werbe-Grafiker und K\u00fcnstler gewann er viele Preise."},{"audioFile":10298,"guideType":"normal","transcription":"Geboren 1920 in Graz, gestorben 1992 in Graz\r\n\r\nFritz Krainz lie\u00df sich zum Schriftenmaler ausbilden, besuchte die Grazer Kunstgewerbeschule sowie die Meisterklasse f\u00fcr Malerei u.a. bei Fritz Silberbauer und Alfred Wickenburg.\r\n1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen und stand dort im grafischen Dienst beim Generalkommando des Wehrkreises 18 in Salzburg. Er entwickelte Werbeplakate f\u00fcr die Gebirgsj\u00e4ger bzw. Gebirgstruppe.\r\nAb 1943 war er als Technischer Zeichner und Bauleiter im Klagenfurter Zweigwerk der Wienerneust\u00e4dter Flugzeugwerke t\u00e4tig, wof\u00fcr er vom Wehrdienst freigestellt wurde. Sp\u00e4ter arbeitete er f\u00fcr das Architekturb\u00fcro der Steyr-Daimler-Puch AG in Graz. In seiner Geburtsstadt erhielt er nach dem Krieg Lehrauftr\u00e4ge an der Technischen Hochschule sowie an der Kunstgewerbeschule Ortwein, deren Abteilung Gebrauchsgrafik er ab 1946 leitete. Im selben Jahr wurde er auch Mitglied der Sezession Graz, der er als Pr\u00e4sident von 1968-1982 vorstand.\r\nKrainz arbeitete weiterhin f\u00fcr politische Parteien, aber vor allem als Vertragsgrafiker, Werbeleiter und \u2013texter f\u00fcr steirische Industrie- und Wirtschaftsunternehmen, wie Beispielsweise f\u00fcr die Fima Humanic. F\u00fcr die Grazer Messe entstanden Werke, die heute zu den Plakatklassikern gez\u00e4hlt werden. Er schuf auch Planungsarbeiten f\u00fcr Autosalons, Kaufh\u00e4user, Wohnh\u00e4user und Hotels. Dar\u00fcber hinaus publizierte er auch zu den Themen Grafik und Architektur in deutschen und amerikanischen Fachzeitschriften und Fachb\u00fcchern.\r\n\r\n\r\n\r\nSeit 1969 war er Werbeleiter und k\u00fcnstlerischer Berater des Grafischen Gro\u00dfbetriebes Alfred Wall und gerichtlich beeideter Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr Werbegrafik.\r\nErst ab 1973 wandte er sich wieder der Malerei und Ausstellungst\u00e4tigkeit zu, wobei er intensive Kontakte zu jugoslawischen K\u00fcnstler*innen und Galerien pflegte. Als erfolgreicher Werbegrafiker und K\u00fcnstler gewann er zahlreiche Wettbewerbe und Auszeichnungen im In- und Ausland."},{"audioFile":10300,"guideType":"easy_english","transcription":"Fritz Krainz lived in Graz from 1920 to 1992. He was an artist and commercial graphic designer.\r\nFritz Krainz attended the Graz school of applied arts and the painting master class. His teachers were important artists in Graz: Fritz Silberbauer and Alfred Wickenburg.\r\nDuring National Socialism, Fritz Krainz worked as a commercial graphic designer.\r\nNational Socialism was a political movement.\r\nFrom 1938 to 1945, Austria was under National Socialist rule.\r\nNational Socialism was a dictatorship. The National Socialists dictated all areas of life for the people. The dictator was called Adolf Hitler.\r\nMany crimes were committed. Many people were persecuted. Many people were murdered.\r\nThe National Socialist dictatorship ended along with World War II.\r\nNational Socialists even dictated precisely what kind of art was allowed, and what wasn\u2019t.\r\nModern art was not allowed.\r\nAt that time he was about 20 years old. He designed advertising posters for the military. Later, he worked as a draftsman and engineer.\r\nAfter World War II Krainz was a teacher at the Technical University in Graz. Krainz was also the head of the department for commercial graphic design. Commercial graphic designers must fulfil a certain order. Commercial graphic design is always used for a defined purpose, such as in packaging, advertising posters or company logos. \r\nFrom 1968 to 1982 he was president of the Graz Secession, an association of modern artists.\r\nFritz Krainz worked for political parties, but mainly for companies in Styria. He worked as a graphic designer, advertising manager and copywriter. The most important posters by Fritz Krainz included the posters for the Graz trade fair.\r\nFritz Krainz was in contact with many artists from ex-Yugoslavia and his works of art were exhibited there.\r\nHe won many prizes as a commercial graphic designer and artist."}]},{"chapterName":"Tast-Modell Graz Steiermark","headerImage":10302,"audioTracks":[{"audioFile":10304,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Tast-Modell \u201eGraz Steiermark\u201c wurde extra f\u00fcr die Ausstellung angefertigt. Das Plakat selbst befindet sich in der N\u00e4he des Tast-Modells an der Wand. \r\nSie k\u00f6nnen das Tast-Modell angreifen.\r\nIm Tast-Modell sp\u00fcren Sie die Formen, Gegenst\u00e4nde und sogar die Schrift des Plakates.\r\n\r\nDas Tast-Modell geh\u00f6rt zu einem Plakat f\u00fcr den Tourismus.\r\nDer K\u00fcnstler ist Heinz Reichenfelser. Das Plakat ist rund 80 Jahre alt.\r\nDen Entwurf, den Sie an der Wand sehen, ist rund 24 Zentimeter breit und 35 Zentimeter hoch.\r\nDas Tast-Modell ist rund 40 Zentimeter hoch, 30 Zentimeter breit und hat einen Rahmen.\r\nAuf dem Plakat sehen wir den Grazer Schlossberg. \r\nDas Plakat besteht aus wenigen kr\u00e4ftigen Farben.\r\n\r\nBer\u00fchren Sie das Tast-Modell:\r\nUnten in der Mitte befinden sich 2 W\u00f6rter: In gro\u00dfen blauen Druck-Buchstaben steht \u201eGraz\u201c geschrieben. Darunter in kleineren wei\u00dfen Druck-Buchstaben \u201eSteiermark\u201c.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nDirekt \u00fcber der Schrift sehen wir in roter Farbe den 6-eckigen Rand des T\u00fcrken-Brunnens vom Grazer Schlossberg.\r\nEr ist vor dem dunklen Hintergrund nur zum Teil zu erkennen.\r\nDahinter befindet sich schwarz der Aufgang zum \u00c4gyptischen Tor. Das ist ein weiterer Ort am Schlossberg.\r\nIn Rot und Wei\u00df sehen wir in der oberen H\u00e4lfte die Stall- oder Kanonen-Bastei am Schlossberg. \r\nDie Mauer und die Geb\u00e4ude sind sehr vereinfacht wiedergegeben, aber gut zu erkennen.\r\nDer Rest des Bildes ist in Schwarz und Blau sehr dunkel gehalten.\r\nDie dunklen Bild-Teile und die hellen Bild-Teile in Wei\u00df und Rot bilden einen spannenden Gegensatz.\r\nDer Schlossberg war und ist ein beliebtes Motiv f\u00fcr Plakate von Graz.\r\nAuf dem Schlossberg gab es bis vor 200 Jahren eine gro\u00dfe Festung.\r\nDer T\u00fcrken-Brunnen und die Stall- oder Kanonen-Bastei sind Reste der fr\u00fcheren Festung.\r\nMit der Festung auf dem Schlossberg wurde die Stadt Graz fr\u00fcher gegen Feinde verteidigt.\r\nDaf\u00fcr gibt es auch das Wort \u201eBollwerk\u201c.\r\nDieses Plakat entstand in der Zeit des Nationalsozialismus. \r\nDer Nationalsozialismus war eine politische Bewegung.\r\nVon 1938 bis 1945 dauerte die Zeit des Nationalsozialismus in \u00d6sterreich.\r\nDas war eine Diktatur. Die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen \r\n\r\n\r\n\r\nbestimmten \u00fcber alle Lebensbereiche der Menschen. Der Diktator war Adolf Hitler.\r\nEs passierten viele Verbrechen. Viele Menschen wurden verfolgt. Viele wurden ermordet.\r\nDie Zeit des Nationalsozialismus endete mit dem Zweiten Weltkrieg.\r\nAuch in der Kunst wurde genau bestimmt, was erlaubt ist und was nicht.\r\nModerne Kunst war nicht erlaubt.\r\nDas Wort \u201eBollwerk\u201c war in der Zeit des Nationalsozialismus sehr beliebt\r\nIn Bildern und Plakaten wie diesem wollte man Graz als Stadt zeigen, die schon in der Vergangenheit m\u00e4chtig und stark war."},{"audioFile":10306,"guideType":"normal","transcription":"Das Plakat \u201eGraz Steiermark\u201c stammt aus der Zeit des Nationalsozialismus und wurde von Heinz Reichenfelser entworfen. Der Entwurf ist 35 hoch und 24 Zentimeter breit. Das Tastmodell ist 42 Zentimeter hoch und 29 Zentimeter breit.\r\nAuf dem Bild dargestellt sind eine Ansicht vom Grazer Schlossberg sowie zwei gro\u00dfe Schriftz\u00fcge.\r\nSpannung erzeugen die Hell-Dunkel Kontraste und Farbkontraste von Blau, Schwarz, Rot und Wei\u00df. Das ganze Bild hat einen farblichen Rahmen in Blau und Schwarz. \r\nDas Bild ist \u00fcber mehrere Ebenen aufgebaut, die dadurch Perspektive erzeugen. Diese verschiedenen Bild-Ebenen k\u00f6nnen Sie im Modell ertasten.\r\nAm unteren Rand befindet sich zentriert und in wei\u00dfen Versalien mit gro\u00dfer Laufweite das Wort \u201eSteiermark\u201c. Das Reinwei\u00df ist der hellste Farbton im Plakat. Im Tastmodell ist der Schriftzug auf die h\u00f6chste Ebene gesetzt, ragt also hervor. Die Schrift ist schn\u00f6rkellos und in Details auffallend, insbesondere die eckigen Ausgestaltungen des S und des R.\r\nDer Schriftzug \u201eSteiermark\u201c reicht \u00fcber den blauen Rand des Bildes in die zweite Hauptfarbe, Schwarz. Dar\u00fcber befindet sich - bereits vor rein schwarzem Hintergrund - der Schriftzug \u201eGRAZ\u201c in sehr gro\u00dfen Versalien und im kr\u00e4ftigen Blau des Rahmens und des Hintergrundes. \r\n\r\n\r\nDie Abst\u00e4nde zwischen den einzelnen Lettern sind gro\u00df, sodass sich das kurze Wort fast \u00fcber die ganze Breite des Plakates zieht. Die untere H\u00e4lfte des Bildes wird von dunklen Farbt\u00f6nen dominiert. Gemeinsam mit der \u00e4u\u00dferen Umrandung des Motivs bildet das Wort \u201eGRAZ\u201c im Tastmodell die Grundebene.\r\n\u00dcber dem Schriftzug \u201eGRAZ\u201c erhebt sich die n\u00e4chste Bildebene, die im Tastmodell eine Stufe tiefer liegt. Die sechseckige Umrandung des \u201eT\u00fcrkenbrunnens taucht in r\u00f6tlicher Farbe hell hervor, ebenso der Weg der zu diesem f\u00fchrt. Hinter dem T\u00fcrkenbrunnen erhebt sich die Mauer zum \u00c4gyptischen Tor. Die Mauern und Pflanzen sind als Schatten in Schwarz mit wenigen hellen Akzenten gehalten. \r\nHinter dem dunklen Vordergrund erhebt sich in der oberen H\u00e4lfte des Bildes hell in Rot und gebrochenem Wei\u00df schattiert die Stall- oder Kanonenbastei mit der rund 20 Meter hohen Basteimauer, der Kanonenhalle und dem Kanonierhaus. Dieser Teil ist im Tastmodell erneut eine Ebene nach hinten ger\u00fcckt dargestellt. Die architektonischen Formen sind sehr reduziert, fast scherenschnittartig wiedergegeben. Die D\u00e4cher, Erker, Fenster sowie das T\u00fcrmchen mit der Feuerglocke im oberen Bereich sind in roter Farbgebung deutlich von den hellen Wandfl\u00e4chen in gebrochenem Wei\u00df abgehoben und im Tastmodell klar zu ertasten.\r\nDer Himmel ist im Plakat in dunklem Blau wiedergegeben. Im Tastmodell bildet er die letzte, tiefste Ebene. Wenn Sie der hohen Kante wieder nach oben folgen, befinden Sie sich wieder auf der h\u00f6chsten Ebene des Bildes: die \u00e4u\u00dfere Umrandung. Oben und seitlich geht diese Umrandung in florale Strukturen in Schwarz \u00fcber, die nicht n\u00e4her ausgef\u00fchrt sind.\r\n\r\n\r\nDas Motiv, der Grazer Schlossberg, bildet eine Kontinuit\u00e4t im Bereich Tourismus und Kultur. Der T\u00fcrkenbrunnen sowie die Stall- oder Kanonenbastei als Reste der einstigen m\u00e4chtigen Befestigungsanlage waren in der Zeit des Nationalsozialismus sehr beliebte Motive. Sie dienten der Heraufbeschw\u00f6rung von Graz als stark befestigtes Bollwerk. "},{"audioFile":10308,"guideType":"easy_english","transcription":"This \u201cGraz Styria\u201d touch model has been made especially for the exhibition. The poster itself is on the wall near the touch model. \r\nThe touch model is something you can feel with your hands.\r\nThe touch model lets you feel the shapes, objects and even the writing on the poster.\r\nThis touch model belongs to a poster for tourism.\r\nThe artist is Heinz Reichenfelser. The poster is around 80 years old.\r\nThe poster you see on the wall measures about 24 by 35 centimetres.\r\nThe touch model is slightly smaller and has a frame.\r\nThe poster shows the Schlossberg in Graz. \r\nIt consists of a few intense colours.\r\n\r\nFeel the touch model:\r\nThere are two words at the bottom in the centre: The word \u201cGraz\u201d is written in large, blue block letters. Below, in smaller, white block letters, is the word \u201eSteiermark\u201c, which means Styria.\r\nDirectly above the writing we see in red the 6-cornered edge of the T\u00fcrkenbrunnen well on the Schlossberg in Graz.\r\nYou can only see part f it against the dark background.\r\nBehind it in black is the pergola leading to another place on the Schlossberg, called the Egyptian Gate.\r\nPart of the earlier fortress on the Schlossberg is shown in red and white in the top half of the poster.\r\nThe wall and the buildings are drawn in a very simplified way, but are easily recognisable.\r\nThe rest of the picture is very dark in black and blue.\r\nThe dark parts of the picture and the light parts in white and red create a striking contrast.\r\nThe Schlossberg has always been a popular theme for posters about Graz.\r\nThere was a large fortress on the Schlossberg until 200 years ago.\r\nThe T\u00fcrkenbrunnen well remains from the former fortress.\r\nThe fortress on the Schlossberg was once used to defend the city of Graz against enemies.\r\nIt can also be called a \u201cbastion\u201d.\r\nThis poster was created during the National Socialist times.\r\nThe word \u201cbastion\u201d was very popular during the National Socialist times. \r\nIn pictures and posters like this one, the intention was to show Graz as a city that already had a strong and powerful past."}]},{"chapterName":"Plakat-Beschreibung Hahn Kaffee","headerImage":10310,"audioTracks":[{"audioFile":10312,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Das Plakat \u201eHahn-Kaffee. Das k\u00f6stliche Getr\u00e4nk\u201c wurde vom Grazer K\u00fcnstler Hanns Wagula entworfen.\r\nEs ist rund 40 mal 54 Zentimeter gro\u00df.\r\n\r\nGro\u00df im Bild sehen wir einen Buben mit dunkler Hautfarbe.\r\nAuf dem Kopf tr\u00e4gt er einen Korb mit Kaffeebohnen. \r\nDas Plakat hat wenige Haupt-Farben: ein warmes dunkles und ein helleres Braun, ein kr\u00e4ftiges Rot, Gelb und das Wei\u00df des Hintergrundes. Orange und Blau kommen ebenfalls vor.\r\nAm unteren Rand des Plakates lesen wir \u201eDas k\u00f6stliche Getr\u00e4nk\u201c mit Ausrufezeichen.\r\nDie Schrift ist geschwungen. Sie wirkt wie mit Hand geschrieben. Die Farbe ist ein kr\u00e4ftiges Rot.\r\nDirekt \u00fcber diesen Worten sehen wir gro\u00df das Bild des Jungen Wir sehen seine Schultern und seinen Kopf.\r\nEr blickt zur Seite. Seine Hautfarbe ist ein warmes dunkles Braun. Sein Mund ist geschlossen.\r\nWie wirkt der Junge auf uns? Friedlich? Traurig? Edel?\r\nAuf dem Kopf tr\u00e4gt der Junge einen gro\u00dfen Korb.\r\nDer Korb ist braun mit gelben, blauen und orangen Streifen. Links oben ist eine blaue Quaste angebracht.\r\n\r\n\r\nAuf dem Korb lesen wir den Namen der Firma: Hahn Kaffee.\r\nDie Schrift ist dunkelbraun und gelb umrandet. Die Buchstaben sind breit und gro\u00df.\r\nIm Korb sind Kaffeebohnen zu sehen.\r\n\r\nIn Kaffee-Werbung wurden oft Menschen mit schwarzer Hautfarbe gezeigt.\r\nSie sollten exotisch aussehen. Sie sollten anders aussehen als die Menschen, die den Kaffee kaufen.\r\nKaffee war etwas Besonderes: Er kam aus fernen L\u00e4ndern.\r\nAber diese L\u00e4nder wurden oft ausgebeutet.\r\nDie Menschen mussten unter sehr schlechten Bedingungen leben und arbeiten.\r\nIn der Werbung sieht man die Ausbeutung und Armut nicht.\r\nLeider gibt es heute noch \u00e4hnliche Kaffee-Werbung.\r\nAber heute wird dar\u00fcber gesprochen: Soll man das so darstellen?\r\nBeleidigt das die L\u00e4nder, die ausgebeutet wurden?\r\nViele Kaffee-Firmen machen heute anders Werbung."},{"audioFile":10314,"guideType":"normal","transcription":"Hauptmotiv im Werbeplakat f\u00fcr Kaffee von Hanns Wagula ist das Portr\u00e4t eines Buben mit dunkler Hautfarbe, der einen Korb mit Kaffeebohnen auf dem Kopf tr\u00e4gt.\r\nFarblich dominieren ein warmes dunkles und ein helleres Braun, ein kr\u00e4ftiges Rot, Gelb und das Wei\u00df des Hintergrundes.\r\nAm unteren Rand des Plakates lesen wir \u201eDas k\u00f6stliche Getr\u00e4nk\u201c mit Ausrufezeichen. Die Schrift ist geschwungen. Sie wirkt wie mit Hand geschrieben und ist in kr\u00e4ftigem Rot wiedergegeben. Direkt \u00fcber dem Schriftzug erstreckt sich \u00fcber die Bildfl\u00e4che das Bild des Jungen ab Schulterh\u00f6he, er blickt zur Seite. Seine Hautfarbe ist ein warmes dunkles Braun. Sein Mund ist geschlossen.\r\nDer Gesichtsausdruck des Jungen ist schwer zu deuten. Er blickt ernst. Der Korb, den er auf dem Kopf tr\u00e4gt, ist braun mit gelben, blauen und orangen Streifen. Links oben ist eine blaue Quaste angebracht. Auf dem Korb ist der Firmen-Schriftzug angebracht: Hahn Kaffee.\r\nDie Schrift ist dunkelbraun und gelb umrandet. Die Buchstaben sind breit und gro\u00df. Im Korb sind Kaffeebohnen zu sehen.\r\nIn Kaffee-Werbung wurden oft Menschen mit schwarzer Hautfarbe gezeigt. Kleidung und insbesondere auch Kopfbedeckungen sollten ihnen ein exotisches Aussehen verleihen. Diese Exotik sollte den Wert des Luxusgutes Kaffee unterstreichen. \r\n\r\n\r\n\r\nDieser unkritische kolonialistische Blick in Kaffee-Werbungen taucht zum Teil bis in die Gegenwart auf. In j\u00fcngerer Zeit wurden derartige Werbekampagnen und Logos jedoch kr\u00e4ftig diskutiert, sodass Darstellungen wie diese mittlerweile die Ausnahme bilden."},{"audioFile":10316,"guideType":"easy_english","transcription":"This poster is an advertising poster for coffee from the company Hahn.\r\nIt was designed by the Graz artist Hanns Wagula.\r\nA boy with dark skin appears large on the poster.\r\nHe carries a basket of coffee beans on his head. \r\nThe poster has just a few main colours: a warm dark brown and a lighter brown, a bold red, yellow and the white of the background. Orange and blue also appear.\r\nAt the bottom of the poster we read the words \u201eDas k\u00f6stliche Getr\u00e4nk\u201c, which means \u201cThe delicious drink\u201d followed by an exclamation mark.\r\nThe words are written in flowing lettering. They look as if they were written by hand. The colour is a strong red.\r\nDirectly above the words we see the large picture of the boy. We see his head and shoulders.\r\nHe is looking to the side. His skin tone is a warm, dark brown. His mouth is closed.\r\nHow does the boy seem to us? Peaceful? Sad? Noble?\r\nThe boy carries a large basket on his head.\r\nThe basket is brown with yellow, blue and orange stripes. There is a blue decoration at the top on the left.\r\nOver the basket we read the name of the company: Hahn Kaffee.\r\nThe lettering is dark brown with yellow around the outside. The letters are tall and wide.\r\nCoffee beans can be seen in the basket.\r\n\r\nCoffee advertisements often showed people with dark skin.\r\nThe intention was to make them look exotic. They had to look different from the people buying the coffee.\r\nCoffee was something special: it came from faraway countries.\r\nBut these countries were often exploited.\r\nPeople had to live and work under very poor conditions.\r\nThe extreme hard work and poverty isn\u2019t shown in the advertising.\r\nUnfortunately, there are still similar coffee advertisements today.\r\nBut these days people talk about it: should it be portrayed like that?\r\nDoes it offend the countries that were involved?\r\nMany coffee companies advertise in a different way today."}]},{"chapterName":"Politische Plakate","headerImage":10318,"audioTracks":[{"audioFile":10320,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Bei politischen Plakaten mussten sich die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler besonders anpassen.\r\nWas sie in den Bildern zeigten und wie sie die Bilder gestalteten musste zu den politischen Parteien passen.\r\nIn der Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1939 war die politische Situation extrem angespannt.\r\nDie politischen Parteien und mit ihnen viele Menschen standen sich als Feinde gegen\u00fcber. Politische Parteien aller Richtungen hatten Auftr\u00e4ge f\u00fcr K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler.\r\nMit Plakaten wollten sie die Menschen von der eigenen Politik \u00fcberzeugen. Die politischen Plakate waren oft extrem. Sie zeigten Feind-Bilder. Sie beeinflussten die Menschen. Das waren Propaganda-Plakate.\r\nIn den politischen Plakaten der Zwischenkriegszeit gibt es extreme Darstellungen.\r\nManches wird als besonders gut gezeigt und manches wird als besonders schlecht oder gef\u00e4hrlich gezeigt.\r\nDie Gegner werden oft l\u00e4cherlich oder bedrohlich gemacht.\r\n\r\nIn der Zeit des Nationalsozialismus ab 1938 konnten viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler \u00fcberhaupt nicht arbeiten. Sie wurden wegen ihrer Kunst, ihrer Religion, ihrer Herkunft oder ihrer eigenen politischen Richtung verfolgt.\r\n\r\n\r\n\r\nAndere K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler waren selbst Nationalsozialist*innen.\r\nIn Graz machten vor allem Heinz Reichenfelser und Hanns Wagula politische Plakate f\u00fcr den Nationalsozialismus.\r\nIn den Plakaten sieht man oft Kriegshelden und Volkskultur.\r\nJuden und J\u00fcdinnen oder politische Gegner wurden als Feind-Bilder gezeigt.\r\nKunst, Kultur und Propaganda geh\u00f6rten damals untrennbar zusammen.\r\nViele nationalsozialistische K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler arbeiteten auch nach Ende des Nationalsozialismus erfolgreich weiter.\r\nDie Gestaltung der Plakate \u00e4nderte sich nur langsam.\r\nDoch die Inhalte wurden andere. Jetzt ging es vor allem um den Aufbau des Landes nach der Zerst\u00f6rung durch den Krieg und durch die Verbrechen des Nationalsozialismus."},{"audioFile":10322,"guideType":"normal","transcription":"Wahlplakate verk\u00fcnden kurz und b\u00fcndig politische Botschaften und vermitteln in verdichteter und pointierter Weise Perspektiven, Programme, Werturteile oder Ideologien. Oft wurden Feindbilder und Bedrohungssituationen heraufbeschworen. Die auf den Plakaten beworbenen Parteien lie\u00dfen sich aber auch positive zukunftweisende Aussichten und erbrachte Leistungen inszenieren. Dabei nahmen Farben und Symbole einen besonders wichtigen Stellenwert ein. Politische Parteien und Bewegungen engagierten f\u00fcr die gestalterische Umsetzung K\u00fcnstler*innen, die sich meist stilistisch den Anforderungen der Propaganda anpassten.\r\nDie sozialen, politischen und wirtschaftlichen Umbr\u00fcche der Zwischenkriegszeit f\u00f6rderten eine gesellschaftliche Radikalisierung, die sich in einer expressiven Bildsprache \u00e4u\u00dferte. Aussagen wurden \u00fcberspitzt formuliert und politische Gegner karikiert.\r\nAb 1934 nahm der autorit\u00e4re St\u00e4ndestaat durch explizite F\u00f6rderung von antimoderner, religi\u00f6ser und heimatverbundener Kunst Einfluss auf das Kunstschaffen in \u00d6sterreich. \u00c4hnlich wie die Formensprache der Nationalsozialist*innen verwendete der Austrofaschismus Motive, in denen Heldentum und Gewalt eine tragende Rolle spielten. Mit der Macht\u00fcbernahme der Nationalsozialist*innen 1938 begann der breite Einsatz nationalsozialistischer \u00c4sthetik.\r\nMit dem Einmarsch deutscher Truppen am 12. April 1938 in Graz, der \u201eStadt der Volkserhebung\u201c begann auch dort die Propagandamaschinerie zu wirken, als deren wesentlichstes Mittel Plakate zum Einsatz kamen.\r\n\r\n\r\nW\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus erfuhren Kunstschaffende eine tiefgreifende Z\u00e4sur. Streng reglementiert kam es zur Zwangserfassung aller K\u00fcnstler*innen: Nur wer in der Reichskulturkammer und im Gau in der \u201eKameradschaft steirischer K\u00fcnstler\u201c gemeldet war, durfte arbeiten und ver\u00f6ffentlichen. \r\nAufgrund ihres Stils, ihrer politischen Einstellung, Religion oder Herkunft erhielten viele Kulturschaffende Berufsverbot, wurden verfolgt oder ermordet.\r\nViele K\u00fcnstler*innen lie\u00dfen sich vereinnahmen und passten sich den Anforderungen der Machthaber*innen an. Einige stellten ihr Werk explizit in den Dienst der Propaganda und bedienten sich der totalit\u00e4ren Bildsprache und Symbolik der Nationalsozialist*innen oder pr\u00e4gten diese mit. Von wesentlicher Bedeutung waren die \u00c4sthetisierung von Gewalt, die   Darstellungen von Kriegshelden, aber auch die Verherrlichung der Volkskultur. Juden und politische Gegner wurden als Feindbilder diffamiert. Kunst, Kultur und Propaganda geh\u00f6rten nun untrennbar zusammen. Die Grafiker Heinz Reichenfelser und Hanns Wagula pr\u00e4gten ma\u00dfgeblich die Formsprache nationalsozialistischer Plakate in der Steiermark. \r\nNach der Befreiung von der NS-Diktatur 1945 \u00e4nderte sich die politische Landschaft. Die Gesellschaft begann sich zu demokratisieren, Parteien konkurrierten wieder miteinander und mussten mit neuen politischen Botschaften werben. Nun stand der Wiederaufbau des Landes im Zentrum des Interesses. Dennoch wirkten formale und inhaltliche Elemente der Plakate der Zwischenkriegszeit nach, die Gro\u00dfteils weiterhin von denselben K\u00fcnstlern*innen gestaltet wurden. Erst allm\u00e4hlich entwickelte sich eine g\u00e4nzlich neue Bildsprache f\u00fcr politische Plakate.  "},{"audioFile":10324,"guideType":"easy_english","transcription":"When designing political posters, the artists had to adapt their work quite specifically.\r\nWhat they showed in the pictures and how they designed the pictures had to match the political parties.\r\nIn the time between the two World Wars, 1918 to 1939, the political situation was extremely tense.\r\nThe political parties, and many inhabitants, faced one another as enemies. All political parties wanted to commission artists for their projects.\r\nTheir idea was to use posters to convince people of their politics.\r\nThese were propaganda posters.\r\nOn the political posters of the time between the two World Wars, you can find extreme illustrations.\r\nSome things are shown in a very good way, other things appear to be very bad or dangerous.\r\nThe other side is often made to look ridiculous or frightening.\r\nThere are many images of the enemy.\r\nUnder National Socialist rule, which started in 1938, many artists were not allowed to work. National Socialism was a political movement.\r\nFrom 1938 to 1945, Austria was under National Socialist rule.\r\nNational Socialism was a dictatorship. The National Socialists dictated all areas of life for the people. The dictator was called Adolf Hitler.\r\nMany crimes were committed. A lot of artists were prosecuted for their art, religion, origins or for their own politics too.\r\nOther artists were National Socialists themselves.\r\nIn Graz, most political posters for National Socialism were designed by Heinz Reichenfelser and Hanns Wagula.\r\nThe posters often show war heroes and folk culture.\r\nThey often portrayed Jews or political opponents as images of the enemy.\r\nArt, culture and propaganda were now very closely linked.\r\nMany National Socialist artists continued to work successfully after the end of National Socialism.\r\nThe poster designs only changed slowly.\r\nBut the messages changed. Now it was time to promote the rebuilding of the country after the destruction caused by war and dictatorship."}]},{"chapterName":"Tast-Modell Wahl-Plakat der Sozialdemokratischen Liste ","headerImage":10326,"audioTracks":[{"audioFile":10328,"guideType":"easy_to_read","transcription":"In der Ausstellung sehen Sie das Tast-Modell zu einem politischen Wahl-Plakat der 1920er Jahre. \r\nDas Tast-Modell wurde f\u00fcr die Ausstellung gemacht.\r\nEs geh\u00f6rt zu einem Plakat in der Ausstellung.\r\nDieses befindet sich in der N\u00e4he des Tast-Modells an der Wand.\r\nSie k\u00f6nnen das Tast-Modell angreifen.\r\nIm Tast-Modell sp\u00fcren Sie die Formen, Gegenst\u00e4nde und sogar die Schrift des Plakates.\r\n\r\nDas Tast-Modell geh\u00f6rt zum Wahl-Plakat \u201eW\u00e4hlt die sozialdemokratische Liste\u201c.\r\nDer K\u00fcnstler ist Paul Schmidtbauer. Das Plakat ist rund 100 Jahre alt.\r\nDas Plakat, das Sie an der Wand sehen, ist rund 65 Zentimeter hoch und 98 Zentimeter breit. \r\nDas Tast-Modell ist rund 30 Zentimeter hoch, 42 Zentimeter breit und hat einen Rahmen.\r\nDas Plakat besteht aus wenigen kr\u00e4ftigen Farben, Bildern und Text.\r\n\r\nBer\u00fchren Sie das Tast-Modell: \r\n\r\n\r\n\r\n\r\nAm unteren Rand ist eine Schrift zu lesen: \u201eW\u00e4hlt die sozialdemokratische Liste\u201c.\r\n\r\nDas Wort \u201eW\u00e4hlt\u201c ist knallrot mit schwarzen Umriss-Linien.\r\n\u201edie sozialdemokratische Liste\u201c steht schwarz darunter.\r\nDie Schrift ist heute schwierig zu lesen: es ist eine Fraktur-Schrift.\r\nDiese Schriftart hat man vor 100 Jahren noch meistens f\u00fcr B\u00fccher und Plakate benutzt.\r\n\u00dcber der Schrift sehen wir 4 M\u00e4nner auf einem angedeuteten Boden.\r\nAm auff\u00e4lligsten ist der Mann in knallroter Kleidung in der Mitte des Bildes.\r\nEr steht fest auf dem Boden und wirkt sehr entschlossen und stark.\r\nAuf dem Plakat sehen wir noch 3 weitere M\u00e4nner in grauer Farbe.\r\nDer linke Mann ist ein Mann in Anzug.\r\nDer mittlere Mann tr\u00e4gt eine Uniform aus der Zeit der Monarchie.\r\nDer rechte Mann tr\u00e4gt die Kleidung eines Pfarrers.\r\nDie 3 M\u00e4nner halten eine Kette in ihren H\u00e4nden, die sich \u00fcber das gesamte Plakat zieht.\r\nLinks oben befindet sich noch eine Schrift: \u201eNieder mit der Reaktion\u201c.\r\nDie Buchstaben sind ebenfalls in kr\u00e4ftigem Rot und in Fraktur-Schrift.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nWas bedeutet das Plakat?\r\nEs ist ein Wahl-Plakat f\u00fcr eine politische Partei, die sozialdemokratische Liste.\r\nDie sozialdemokratische Liste vertrat vor allem die Arbeiterinnen und Arbeiter.\r\nAuch der Mann in roter Kleidung soll ein Arbeiter sein.\r\nDie 3 M\u00e4nner in Grau mit der Kette stehen f\u00fcr Feind-Bilder der Partei der Sozialdemokratie.\r\nDer linke Mann im Anzug ist ein reicher B\u00fcrger.\r\nDer mittlere Mann ist ein Anh\u00e4nger des Kaisertums. Man sagt auch: Monarchist.\r\nDer rechte Mann ist ein Priester.\r\nIm Bild versuchen die 3 M\u00e4nner den Arbeiter in Ketten zu legen.\r\nDie sozialdemokratische Liste will mit dem Plakat sagen:\r\nWir sind gegen die Unterdr\u00fcckung des Arbeiters. Wir sind f\u00fcr den Fortschritt.\r\nDas meint auch der Schrift-Zug \u201eNieder mit der Reaktion\u201c. Reaktion bedeutet in diesem Fall R\u00fcckschritt oder Unterdr\u00fcckung.\r\nDie \u201esozialdemokratische Liste\u201c war ein Vorl\u00e4ufer der heutigen Sozialdemokratischen Partei \u00d6sterreichs.\r\nVor 100 Jahren waren die Texte und Bilder in den Wahl-Plakaten von allen Parteien stark vereinfachend und auch aggressiv.\r\nDie politischen Gegner wurden in den Wahl-Plakaten oft l\u00e4cherlich gemacht.\r\nDie politischen Gegner wurden oft auch als gef\u00e4hrlich gezeigt."},{"audioFile":10330,"guideType":"normal","transcription":"Das Wahlplakat \u201eW\u00e4hlt die sozialdemokratische Liste\u201c aus den 1920er Jahren ist in der Ausstellung als Reproduktion zu sehen und 65 Zentimeter hoch und 98 Zentimeter breit. Das Tastmodell hat die Ma\u00dfe 30 mal 42 Zentimeter und ist von einer Rahmenleiste umgeben.\r\nDie dominierende Farbe des Plakates ist ein kr\u00e4ftiges Rot, das sich stark vom \u00fcbrigen Beige und Grau des Bildes abhebt. Am unteren Rand des Bildes befindet sich der gr\u00f6\u00dfere der beiden Schriftz\u00fcge. \u00dcber zwei Zeilen ist zu lesen \u201eW\u00e4hlt die sozialdemokratische Liste\u201c. Das Wort \u201eW\u00e4hlt\u201c ist rot hervorgehoben und schwarz umrahmt. Es befindet sich rechts aus der Mitte versetzt. Darunter steht \u00fcber die gesamte Breitseite des Plakates in Schwarz \u201edie sozialdemokratische Liste\u201c. Es handelt sich um Frakturschrift mit leicht nach links geneigten Lettern.\r\n\u00dcber dieser zentralen Botschaft des Bildes erhebt sich eine Szene mit vier Personen, die auf einer angedeuteten runden Form, der Erdkugel, arrangiert sind. Zentral im Bildvordergrund befindet sich in knallroter monochromer Kleidung mit schwarzen Umrissen ein Mann. Im Tastmodell ist er ebenfalls auf der vorderen Ebene dargestellt. Dynamisch nach links gedreht und mit leicht gebeugten Knien steht er kr\u00e4ftig auf dem angedeuteten roten Untergrund. Den Oberk\u00f6rper hat er gedreht, sodass wir sein Gesicht nach links im Profil sehen. Das Gesicht sowie die geballten F\u00e4uste sind in Graut\u00f6nen schattiert. Der rot gekleidete Mann stellt einen kr\u00e4ftigen, jungen, dynamischen Arbeiter in Arbeitsmontur dar.\r\n\r\nZu beiden Seiten sowie zum Teil hinter dieser zentralen roten Figur befinden sich drei weitere M\u00e4nner. Sie sind ausschlie\u00dflich in Graut\u00f6nen schattiert. Die drei Personen halten gemeinsam eine schwere Kette in ihren H\u00e4nden. Die Kette zieht sich \u00fcber die gesamte Breitseite des Plakates und ist im Tastmodell als reale Kette integriert. Im Tastmodell k\u00f6nnen Sie auch die F\u00e4uste der M\u00e4nner als hervortretende Elemente deutlich f\u00fchlen.\r\nZur linken Seite des Arbeiters im Vordergrund und von diesem zum Teil verdeckt steht ein Mann in Uniform. Er verk\u00f6rpert einen Feldgendarmen und Anh\u00e4nger der Monarchie. Links daneben, am linken Rand des Bildes, befindet sich ein Mann in Anzug. Er stellt karikierend einen B\u00fcrgerlichen dar. Ganz rechts im Bild befindet sich ein Mann in Priesterkleidung, seine Kette mit Kreuz schwingt rechts zur Seite.\r\nDas Plakat ist in seiner Aussage deutlich: Das B\u00fcrgertum, die Monarchisten sowie die Kirche versuchen den Arbeiter mit der Kette zu fesseln, der ihnen an Jugend und Tatkraft \u00fcberlegen scheint.\r\nLinks oben im Plakat befindet sich ein weiterer Schriftzug \u00fcber zwei Zeilen. Links oben stehen die Worte \u201eNieder mit\u201c, darunter \u201eder Reaktion\u201c. Der Schriftzug ist in roter Fraktur-Schrift ausgef\u00fchrt. Die beiden W\u00f6rter \u201eNieder\u201c und \u201eReaktion\u201c stechen in ihrer Gr\u00f6\u00dfe heraus.\r\nBei dem Wahlplakat handelt es sich in mehreren Punkten um ein typisches politisches Plakat der 1920er Jahre: Die Botschaft ist auffordernd, die Bilder karikieren die gesellschaftspolitischen Gegner, bezeichnen diese als r\u00fcckschrittlich und greifen Feindbilder auf. Auffallend sind die starken Farbkontraste, vor allem der Einsatz der kr\u00e4ftigen roten Farbe."},{"audioFile":10332,"guideType":"easy_english","transcription":"In the exhibition you can see the touch model of a of a poster created for a political election in the 1920s. \r\nThis touch model was made for the exhibition.\r\nIt belongs to the poster in the exhibition.\r\nYou can see the poster on the wall near the touch model.\r\nThe touch model is something you can feel with your hands.\r\nThe touch model lets you feel the shapes, objects and even the writing on the poster.\r\nThis touch model belongs to the \u201cVote for the Social Democrat List\u201d election poster.\r\nThe artist is Paul Schmidtbauer. The poster is around 100 years old.\r\nThe poster you see on the wall measures about 98 by 65 centimetres.\r\nThe touch model is slightly smaller and has a frame.\r\nThe poster consists of a few strong colours, images and texts.\r\n\r\nFeel the touch model:\r\nAt the bottom there is some writing that reads: \u201eW\u00e4hlt die sozialdemokratische Liste\u201c, which means: \u201cVote for the Social Democratic List\u201d.\r\nThe German word for \u201cvote\u201d is coloured bright red with black outlines.\r\nThe German words for \u201cthe Social Democratic List\u201d are written underneath in black.\r\nThe writing is difficult to read today because it is in old German lettering.\r\nThis type of lettering was still the one most used for books and posters 100 years ago.\r\nAbove the writing we see four men on what looks like a floor.\r\nThe man in the foreground is dressed in bright red and is in the centre of the picture.\r\nHe is standing firmly on the ground and looks very strong and determined.\r\nThe poster also shows see three other men, in grey.\r\nOn the left is a large man wearing a suit.\r\nThe man in the middle wears a uniform from the time of the Austrian monarchy.\r\nAnother large man on the right is dressed as a priest.\r\nThe three men are holding a chain in their hands. The chain stretches across the entire poster.\r\nMore writing appears on the top left: \u201eNieder mit der Reaktion\u201c, which means \u201cDown with reaction\u201d.\r\nThis is also written in an intense red and in old German lettering.\r\nWhat does the poster mean?\r\nIt is an election poster for a political party, the Social Democratic List.\r\nThe Social Democratic List mainly represented the interests of the working people.\r\nThe man dressed in red is also meant to be a worker.\r\nThe three men in grey with the chain represent enemies of social democracy.\r\nThe man on the left who wears a suit is a rich citizen.\r\nThe man in the middle is a supporter of imperialism, also called monarchy.\r\nThe man on the right is a priest.\r\nIn the picture, the three men are trying to put the worker in chains.\r\nWith this poster, the politicians of the Social Democratic List want to say:\r\nWe want fair treatment for workers. We stand for progress.\r\nThis is also what the slogan \u201cDown with reaction\u201d means. Reaction here means moving backwards, opression.\r\nThe \u201cSocial Democratic List\u201d was a forerunner of today\u2019s Austrian Social Democratic Party.\r\n100 years ago, the texts and pictures in the election posters of all parties were highly simplified and also aggressive.\r\nPolitical opponents were often ridiculed in the election posters.\r\nPolitical opponents were also often shown as dangerous."}]},{"chapterName":"Danke f\u00fcr Ihren Besuch","headerImage":10334,"audioTracks":[{"audioFile":10336,"guideType":"easy_to_read","transcription":"Vielen Dank f\u00fcr Ihren Besuch der Ausstellung!\r\nWie hat Ihnen die Ausstellung gefallen?\r\nIhre Meinung interessiert uns.\r\nWenn Sie m\u00f6chten, k\u00f6nnen Sie ins G\u00e4stebuch schreiben. Sie k\u00f6nnen auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums sprechen.\r\n\r\nEs gibt noch zwei weitere Bereiche, die zur Ausstellung geh\u00f6ren:\r\nDie Druck-Werkstatt befindet sich im Innen-Hof des Museums.\r\nHier finden regelm\u00e4\u00dfig Workshops statt, in denen man selbst drucken kann.\r\nIm Eingangsbereich gibt es Litfa\u00df-S\u00e4ulen und viele Plakate zu sehen.\r\nSie wurden besonders gestaltet.\r\nZu den Plakaten h\u00f6rt man auch Stimmen, die die Texte vorlesen.\r\nSo kann man die Plakate nicht nur sehen, sondern auch h\u00f6ren.\r\nUm die Litfa\u00df-S\u00e4ulen kann man nicht nur herumgehen.\r\nMan kann auch in sie hineingehen.\r\nEs gibt auch F\u00fchrungen in der Ausstellung.\r\nDie Informationen bekommen Sie im Internet auf der Seite www.grazmuseum.at\r\nWir w\u00fcnschen Ihnen noch einen angenehmen weiteren Aufenthalt im Graz Museum!"},{"audioFile":10338,"guideType":"normal","transcription":"Vielen Dank f\u00fcr Ihren Besuch der Ausstellung.\r\nWir freuen uns \u00fcber Ihren Eintrag im G\u00e4stebuch oder R\u00fcckmeldungen zur Ausstellung an der Besucher*innen-Info im Foyer.\r\nEs gibt noch zwei weitere Bereiche, die zur Ausstellung geh\u00f6ren:\r\nDie Druck-Werkstatt, in der regelm\u00e4\u00dfig kreative Workshops stattfinden, sowie die Installation der Soundcollage zu Plakatslogans und \u201ebegehbaren Litfa\u00df-S\u00e4ulen\u201c im offenen Foyer, \u00fcber das Sie das Museum betreten haben.\r\nInformationen zu Spezialf\u00fchrungen erhalten Sie auf unserer Website www.grazmuseum.at\r\nWir w\u00fcnschen Ihnen noch einen angenehmen Aufenthalt im Graz Museum."},{"audioFile":10340,"guideType":"easy_english","transcription":"Thank you for visiting our exhibition.\r\nDid you like the exhibition?\r\nWe are interested in your opinion.\r\nIf you want, you can write something in our guest book. You can also talk to the people who work at the museum.\r\n\r\nThere are two more areas that belong to the exhibition.\r\nThe print workshop is in the museum\u2019s inner courtyard.\r\nHere, workshops are regularly held and you can print your own work.\r\nIn the foyer, there are advertising columns and many posters.\r\nThey have been designed in a special way.\r\nYou can hear voices that read the texts belonging to the posters.\r\nThis means you can not only see the posters, but also listen to them.\r\nYou can not only walk around the advertising columns.\r\nYou can also go inside them.\r\nYou can also walk through the exhibition with a guide.\r\nFor information about guided tours go to www.grazmuseum.at\r\nWe hope you enjoy the rest of your visit to Graz Museum!"}]}]},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.5 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Graz Posters 1920\u20131955 - Graz Museum<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.grazmuseum.at\/en\/exhibition\/graz-posters-1920-1955\/\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Est. reading time\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"1 minute\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.grazmuseum.at\/en\/exhibition\/graz-posters-1920-1955\/\",\"url\":\"https:\/\/www.grazmuseum.at\/en\/exhibition\/graz-posters-1920-1955\/\",\"name\":\"Graz Posters 1920\u20131955 - 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