Sponti-Pinsler zum 10-Jahre-Jubiläum, 1990 © Helge O. Sommer

Graz Museum Sackstraße | November 2021

Fahrradstadt Graz

Eine Graz-Museum-Ausstellung in der Reihe „SDGs für Graz“

Das Graz Museum wurde, zusammen mit 16 weiteren Museen aus allen Bundesländern, wie dem Belvedere, dem Naturhistorischen Museum, dem Vorarlberg Museum, dem ars-electronica-Museum Linz, dem Museum der Moderne Salzburg oder dem Mauthausen-Memorial, für „17 Museen x 17 SDGs – Ziele für nachhaltige Entwicklung“, ein Projekt des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport und ICOM-Österreich ausgewählt, das die Bedeutung der Museen für die zukünftige Gestaltung unserer Gesellschaft hinsichtlich der Orientierung an Demokratie, Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit und ökologischem Bewusstsein in den Mittelpunkt stellt. 2021 werden von 17 heimischen Museen 17 Projekte erarbeitet, die sich inhaltlich und strategisch an den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals/SDGs) der UNO-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ orientieren.

Das Graz Museum startet in seiner Gotischen Halle eine Ausstellungsreihe „SDGs für Graz“, in der die große, globale Vision der internationalen Staatengemeinschaft von einer guten, gemeinsamen Zukunft auf die konkrete Stadt Graz heruntergebrochen wird. Die ersten drei UNO-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in dieser Ausstellungsreihe werden „Nachhaltige Städte und Gemeinden“, „Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum“ sowie „Gleichberechtigung der Geschlechter“ sein.

Zum Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen „Sustainable Cities and Communities” soll in der ersten Ausstellung der Reihe ein Graz-spezifischer Aspekt ausgeleuchtet werden: die „Fahrradstadt Graz“. Dieses Verkehrsmittel spielt in der steirischen Landeshauptstadt in der Nutzung wie in der Produktion eine herausragende Rolle. So spannt diese Ausstellung einen Bogen von der Draisine Erzherzog Johanns, 1818, über drei Grazer Velociped-Clubs, Graz als Hochburg des Radsports um 1890, über Puch als größte Zweiradfertigung im Europa der 1930er-Jahree bis zu den Fahrraddemos der 1970er-Jahre zu der Zeit, als Erich Edeggers als Gemeinderat und später als Vizebürgermeister eine verkehrspolitische Wende gegen die „autogerechte Stadt“ initiierte.

Die Ausstellung Fahrradstadt Graz zeichnet auch die weitere Entwicklung von den wiederholten Auszeichnungen als „Radhauptstadt Europas“ bis zum aktuellen Ausbau des Grazer Fahrradwegenetzes als Teil des „Mobilitätskonzepts 2030“ nach. Neben historischen Aussagen zum Fahrradfahren in der Stadt Graz kommen auch engagierte Radfahrer*innen, Interessenvertreter*innen und Menschen, die sich in der Planung und Verwaltung mit Fragen rund um das Fahrrad beschäftigen, zu Wort. Mit einem best-practice-Blick in andere Städte Europas sollen die Situation des Fahrradfahrens als Teil einer zeitgemäßen urbanen Mobilität mit der von Graz verglichen und Perspektiven für weitere Entwicklungen ausgelotet werden.

Kurator: Beat Gugger (Luzern)

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